Brand im Hohen Venn

Aktuell kocht die Diskussion über den Großbrand im Hohen Venn hoch, angeblich sind 1000 Hektar eines der größten Hochmoore Europas verwüstet worden. Dazu ein paar Bemerkungen: Das Hohe Venn hat schon öfter gebrannt, und das ist mit einer der Gründe weshalb es überhaupt noch existiert: Der typische Bewuchs, Heidepflanzen wie Besen- und Glockenheide, Sonnentau, Moosbeere, Wollgras können mit Feuer gut umgehen und in kurzer Zeit die durch das Feuer enststandenen Schäden wieder ausgleichen.

Da die Beweidung im Venn in den letzten Jahrzehnten untersagt war, hatten sich auf der Belgischen Seite des Venns Sträucher und das Pfeifengras stark ausgebreitet, deshalb ist es geradezu GUT dass es endlich mal gebrannt hat.  Sonst wären die zusammenhängenden Freiflächen irgendwann weg, wie man sich an vielen anderen Heidestandorten in Europa anschauen kann, vor der Haustür zum Beispiel in der Hildener Heide (Ja, auch hier gabs im letzten Jahrhundert noch Birkhühner, jedenfalls bevor die Heideflächen aufgeforstet wurden. ) Will man die Heidebestände dauerhaft erhalten, die Landschaft offen halten und eine  Bewaldung verhindern, muss regelmäßig gemäht oder beweidet werden – oder eben gebrannt!

Ohne dieses Management wird die offene Heidelandschaft von Birken, Kiefern und Ginster überwachsen. Der Lebensraum der lichthungrigen Pflanzen- und Tierarten wäre ohne Pflege ebenso wie die Brutstätten der seltenen und gefährdeten  bodenbrütenden Vogelarten verloren. Auf einem Video von Grenzecho.net sieht man übrigens schön wie die Kiefern, Fichten etc. in Flammen aufgehen. Der Förster von Elsenborn gab im übrigen schon Entwarnung: „Schon einen Tag, nachdem das Feuer ausgebrochen war, haben wir in den schwarzen verbrannten Grasbüscheln Eidechsen gefunden“, sagte der Forstmann dem SWR

Auch in historischer Zeit haben die großen Heideflächen immer wieder durch Blitzschlag, aber auch gelegte (Pflege-)Feuer gebrannt, und aktuell pflegen die Belgier ihren Truppenübungsplatz Elsenborn in der Nähe von Monschau regelmäßig durch Feuer. Und das sind Flächen wie es sie schöner nicht gibt, von ungeheurem Artenreichtum, jedenfalls was die Schmetterlinge, Vögel etc. angeht. Von „Vernichtung der Tierwelt“ keine Spur, im Gegenteil! Auch in NRW gibt es kleine Versuchsflächen mit Feuerökologie, eine der besten liegt am Rand der Eifel in der Drover Heide bei Düren. Wer sich damit genauer beschäftigen will:  Es gibt am Max-Planck-Institut für Chemie in Freiburg eine Arbeitsgruppe Feuerökologie 

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