Frühlingsgruß aus Grube 10


Aktuell blühen in der Grube 10 die Kätzchenweiden, und am späten Vormittag ist es an der sonnenbeschienenen Felswand schon über 20°C warm. Das lockt die überwinternden Schmetterlinge aus ihren Verstecken, die an den Weiden reichlich Nahrung finden. Der kleine Steinbruch ist im Vorfrühling ein echtes Idyll.

Doch der beim Genuss der Landschaft ist getrübt – im Hintergrund sieht man die lebensfeindlichen Rübenäcker rund um Gruiten, und einen zum Speditionsparkplatz mutierten Bauernhof. Und ganz hinten am Horizont liegt das Pappelwäldchen an der Windfoche, hinter der Landstrasse 357. Dort stand die „Haaner Giftfabrik“, in der ab 1870 die Produktion von Arsensäure aufgenommen wurde. Vor dem 1. Weltkrieg wurde die Produktion auf Pikrinsäure umgestellt, auf chemisch heißt das Trinitrophenol. Das ist der Vorläufer von Trinitrotoluol, zu deutsch TNT, und war Bestandteil von Sprenggranaten. Bereits 1916 schloß die Giftfabrik, Altlasten der Produktion wurden aber gerade erst bei der Erschließung des Gewerbegebiets am Parkplatz bei der „Birkensauna“ wiedergefunden.

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