Die ersten Wochen in Ecuador

Seit fast 4 Wochen lebe ich in der Hauptstadt Quito des kleinen Andenstaats Ecuador und bis jetzt war jeder Tag ein kleines Abenteuer!

In den ersten 2 Wochen hatte ich jeden Tag von 8.30- 17.00 ein Einführungsprogramm im Institut „EIL Ecuador“ (Experiment in International Living), der Partnerorganisation von Experiment e.V (meiner Entsendeorganisation aus Deutschland).
Auf dem Stundenplan stand neben Sprach-, Kultur- und Sicherheitskursen auch ein Weiterbildungsprogramm zum Thema Didaktik als Vorbereitung für die Arbeit als Lehrerin. In diesem haben wir zum einen theoretische Grundlagen kennengelernt und zum Anderen diese auch schon in den ersten Unterrichtsstunden anwenden können. Diese haben mir unglaublich viel Spaß gemacht!

Diese 2 Wochen waren sehr schön, aber auch sehr anstrengend!

Inzwischen spüre ich die Zeitdifferenz von 7h nicht mehr und auch die Umstellung mit der Höhe (Quito liegt auf 2850m!) ist geschafft – Am Anfang glich jedoch Treppensteigen Hochleistungssport! 🙂

Centro historico Quito

Insgesamt sind zurzeit 12 weitere Deutsche in Ecuador, die an dem „weltwärts“ – Programm des BMZ teilnehmen, jedoch sind die Einsatzorte der Sozial- und Umweltprojekte landesweit verteilt.
In den letzten 2 Wochen habe ich noch freiwillig an einem Intensivsprachkurs Spanisch teilgenommen, der auch seine Wirkung zeigt, denn inzwischen kann ich mich schon über (fast) jedes Thema unterhalten und bin nicht mehr auf meine Hände und Füße angewiesen! 🙂

In meiner Freizeit habe ich viele Dinge mit meiner super netten ecuadorianischen Gastfamilie unternommen und Quito mit den anderen Freiwilligen erkundet – es unglaublich welch vielfältiges Kulturangebot diese Stadt bietet!
Besonders die kolonialische Altstadt (UNESCO Weltkulturerbe) ist wunderschön und es wimmelt nur so von Musen, Basiliken und Musikern, aber auch von Polizisten, denn besonders dort sind Raubüberfälle besonders verbreitet.

Insgesamt ist es hier relativ sicher, wenn man sich einfach an die Gegebenheiten anpasst und sich entsprechend verhält d.h. zum Beispiel, nicht in bestimmte Viertel geht, keine Wertgegenstände mitnimmt und abends generell mit dem Taxi fährt…
Generell ist der Transport hier viel günstiger: Eine Busfahrt kostet umgerechnet 0,20€ und eine 15 min-Taxifahrt 2 €- aber es ist die Regel, dass der Bus überfüllt und mit offenen Türen fährt und man mit dem Taxifahrer den Preis aushandeln muss.

Hier in Quito gibt es ein großes Problem mit Staus und der Luftverschmutzung: Die Autos und Busse haben meist keine Filter und stoßen richtig schwarze Staubwolken aus. Als Gegenmaßnahme hat die Regierung zum Einen den Autofreien Sonntag eingeführt, wo die ganzen Hauptstraßen als Fahrrad- und Fußgängerstraßen benutzt werden, und zum Anderen Fahrverbote für bestimmte Nummerschilder (diese rotieren täglich) zu den Stoßzeiten eingeführt.
Hinzukommt, dass der Flughafen inmitten der Stadt ist! Die Flugzeuge landen und starten direkt über den Wohnvierteln- unglaublich! Der neue Flughafen außerhalb der Stadt ist schon länger fertig gestellt, allerdings die Zufahrtsstraßen noch nicht!?

gebratener Schweinekopf

Quito ist von 14 Vulkanen umgeben und ich bin bereits den höchsten Berg der Umgebung „Rucu Pinchincha“ mit 4.800m hinaufgewandert. Das war eine echte körperliche Herausforderung, da es super kalt war und die Luft dort oben einfach sehr dünn ist! Oben angekommen haben aber der wunderschöne Ausblick und das Erfolgserlebnis alle Anstrengungen entschädigt!

Täglicher Ausblick auf den Cotopaxi

Es ist so unglaublich interessant, sich mit den Einheimischen zu unterhalten und so mehr über deren Leben zu erfahren.
Für die meisten Ecuadorianer hat die (Groß)-Familie einen sehr viel größeren Stellenwert als in Deutschland. So sind regelmäßige Familientreffen normal und fast jede flüchtige Bekanntschaft außerhalb der Familie wird schon als Freundschaft bezeichnet.

Die indigenen Trachten

Die politische Situation in Ecuador ist sehr komplex: Offiziell herrscht eine Demokratie mit dem Staatspräsident Rafael Correa, wobei Korruption auf allen Ebenen (u.a. Politiker, Polizisten, Richter) an der Tagesordnung ist.

Aber auch die Ecuadorianer sind sehr an mir und Deutschland interessiert: Bis jetzt wurde ich am Meisten auf Fußball, Autos, das Oktoberfest und den 2. Weltkrieg angesprochen…

Morgen werde ich in den Nebelwald zu meinen Projekten umziehen. Ich bin schon sehr gespannt, meine neue Gastfamilie und das Leben auf dem Land kennenzulernen!
Auf jeden Fall stelle ich mich auf große Unterschiede ein, denn das Leben in Quito ist trotz aller Unterschiede westlich geprägt. So kann ich zum Beispiel fast alle europäischen Produkte wie Sonnencreme -auch wenn zu überhöhten Preisen (16€ für eine Flasche ist normal)- kaufen und auch WLAN ist keine Seltenheit.

Mein erster Kolobri

So, jetzt geht es erst richtig los und ich freue mich schon sehr darauf!
Ich werde euch weiterhin auf dem Laufenden halten!!! 🙂

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