Rauf aufs Rad – mit schlechtem Gewissen

Rauf aufs Rad heißt es am Sonntag, den 16. September 2012. Zu diesem Termin laden die Erkrather Grünen aller Bürgerinnen und Bürger zu einer Fahrradtour ein. Startpunkt der Tour ist in Alt-Erkrath am S-Bahnhof vor dem Alten Bahnhofsgebäude um 10:30 Uhr. Die Gesamtlänge der Tour von Erkrath über Gruiten, Wülfrath nach Essen-Kettwig beträgt ca. 45 Kilometer.

Ausreichend Zeit um den Tourenleiter Peter Martin, für die Grünen im Erkrather Ausschuss für Planung, Umwelt und Verkehr, mal zu fragen wie die Grünen es denn eigentlich halten mit dem Naturschutz.

Denn der im letzten Jahr mit großem Tamtam eröffnete erste Teil des Panoramaradweges ist nicht nur in geografischer Sicht hügelig und erfordert kräftige Wadenmuskeln – vielleicht der Grund warum im Jahr 2012 dort erheblich weniger los ist als im Jahr der Einweihung. Auch umweltpolitisch ist der Radweg eine echte Berg- und Talfahrt.

Hinter der Planung war erheblicher politischer Druck, und auch die gängigen Ausgleichsregelungen für Eingriffe in den Naturhaushalt wurden per UKAS von der Landesregierung ausgehebelt: Viele Hektar zugeteerte Flächen, zum Teil mitten durch die Naturschutzgebiete, ohne den geringsten Ausgleich. Was bei jedem Meter Autobahn eine Selbstverständlichkeit darstellt, scheint für Radwege nicht zu gelten. Diesen Irrsinn zu korrigieren haben die Naturschutzverbände im Kreis Mettmann und auch die Kreisbehörden komplett verschlafen! Und daß so etwas ausgerechnet unter Rot-Grüner Landesregierung stattfindet kann eigentlich nicht sein.

Erinnert sei an dieser Stelle an die heftigen Kämpfe zwischen Wuppertalbewegung und dem ehrenamtlichen Naturschutz beim Ausbau der Nordbahntrasse in Wuppertal. Wer nachlesen will was das für den Artenschutz bedeutet kann das aktuellen Heft des Naturwissenschaftlichen Vereins Wuppertal tun: Der bisher nicht als Aktivist, sondern als seriöser Feldforscher aufgefallene Reinald Skiba hat im Heft 62 des Naturwissenschaftlichen Vereins dazu ein ausgesprochen bedrückendes Dokument verfasst.

Zum Thema Nordbahntrasse gibt es übrigens auch eine sehr differenzierte Aussage vom ADFC Wuppertal-Solingen, hier mal als Zitat daraus:
„Es ist frustrierend, wenn berechtigte Belange des Artenschutzes als zweitrangig abgetan und wirtschaftliche Interessen untergeordnet werden, obwohl es durchaus Alternativen gibt. Trotzdem rechtfertigt diese Frustration nicht, jetzt an einem ökologisch sinnvollen und von der Bevölkerung der Stadt in ungewöhnlicher Einmütigkeit getragenen Projekt genussvoll den Zerstörer zu spielen. So diskreditiert man vielmehr den Rückhalt der Umweltbewegung in der Bevölkerung.“

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