Kampa ein bisschen weg

Begonnen hat sie mit Schubkarren, heute fertigt sie Industrieanhänger mit bis zu 150 Tonnen Tragkraft: Kampa in Haan. Daß ein Maschinenbau-Unternehmen ab und zu auch einmal seine Strategie und Produktpalette ändert, und Betriebsflächen erweitern muss, ist unbestritten. Dass das ausgerechnet in direkter Nachbarschaft zum bisherigen Standort geschehen muss, ist weniger klar. Und dass die Pferdekoppel zwischen Friedhof und Düsseldorfer Straße nun nicht entwässert und bebaut bebaut wird, darüber muss niemand traurig sein, denn in der Nähe des Naturschutzgebietes am Sandberg muss man für jeden Quadratmeter unbebaute Fläche dankbar sein.

Nun gibt es im Umfeld von Haan jede Menge ausgewiesene Gewerbegebiete, und so zieht Kampa ein paar hundert Meter von Haan entfernt auf das Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs Vohwinkel.
Die gut 20 Mitarbeiter werden es verschmerzen, die angeblich 30.000 Euro Gewerbesteuer, die Kampa pro Jahr zahlt, sind im vergleich zu den 38 Millionen Euro Gesamtschulden der Stadt Haan sogenannte „Peanuts“. Abgesehen von der Tatsache daß Wuppertal mindestens genauso pleite ist wie Haan, und das Geld auch gut gebrauchen kann.

CDU und FDP veranstalten nun das übliche Geheule, wenn ein Unternehmen nicht in Haan gehalten werden kann. Aber dieses Geheule ertönt landauf, landab in jeder Kommune, und wird erst dann aufhören wenn die Städte sich nicht mehr gegenseitig die Unternehmen abspitzeln. Wir wissen auch wie das endet: Mit zugebauten Flächen und auf Kosten der Umwelt. Denn der Satz vom Haaner Bürgermeister Knut vom Bovert beim Neujahrsempfang:„Die Ansiedlung neuer Firmen und intensive Bemühungen um ansässige Haaner Unternehmen werden auch in 2013 für mich von wesentlicher Bedeutung sein“, dürfte in ähnlicher Weise überall im Land ertönt sein.

Das Haaner Monopoly geht übrigens gerade so weiter: Die Abbruchgenehmigung für die alten Kampa-Bauten liegt bereits vor, auf dem Gelände entsteht bis zum Frühjahr 2014 ein neuer Aldi-Markt.

Links:
RP-Online: Kampa GmbH zieht nach Vohwinkel um

Bürgermeister Knut vom Bovert zum Neujahrsempfang der Stadt Haan, 17.1.2013

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