Das gelbe Leichentuch

Rapsfeld an der K20 in Gruiten, 19. Mai 2013

Rapsfeld an der K20 in Gruiten, 19. Mai 2013

Die einen finden´s schön, die anderen eher gruselig: Derzeit blüht der Raps, und ohne Mühe erkennt man das Ausmaß der Agrar-Monokulturen.
Und wer sich ein wenig auskennt mit Artenvielfalt und den Methoden der sogenannten Landwirtschaft, der weiß genau dass auf solchen Flächen praktisch kein Leben existiert, außer dem der Nutzpflanzen. Fehlanzeige bei Feldlerche und Kiebitz, Hase und Reh. Ackerunkräuter werden mit Herbiziden vernichtet, Insekten mit Beizmitteln für das Saatgut, Ackerschnecken mit Schneckenkorn.
Eine ganz besonders gemeine Methode gegen Fluginsekten im Raps sind die sogenannten Gelbschalen. Dabei werden Fluginsekten vor der Blüte des Rapses mit einfachen Plastikschüsselchen gefangen, in denen sich normales Spülwasser befindt. In den ausgeräumten Agrarlandschaften werden Schwebfliegen, Käfer, Wildbienen und andere Insekten von diesen gelben „Scheinblüten“ magisch angezogen und fallen ins Spülwasser und ertrinken.

Wer mal einen Blick auf die Masse an zugelassenen Spritzmitteln und andere Methoden bei der Produkion von Agrarrohstoffen werfen will, kann das unter
http://www.landwirtschaftskammer.de/landwirtschaft/pflanzenschutz/ackerbau/raps/schaedlinge-pdf.pdf tun. Das alles ist völlig legal und wird auch noch von den Landwirtschaftskammern propagiert. Und Steuergelder für den Erzeuger gibt´s dafür natürlich noch obendrauf.
[Anmerkung 7/2015: Das pdf ist mitterweile gelöscht. wer sich dennoch informieren will: ein neuer Link auf eine nicht weniger gruselige Liste des Landesamts Mecklenburg Vorpommern: http://www.lallf.de/Rapsinsektizide.568.0.html#c2703. Wenn das mal veraltet sein sollte, einfach „spritzmittel im raps“ bei Google eingeben, da findet man rasch weitere Informationen]

Was die vom Wind verdrifteten Spritzmittel und in die Graben und Bäche gewaschenen Nährstoffen und Chemikalien anrichten, kann sich jeder selbst ausrechnen. Was mit dem Raps geschieht, ob er uns als Biodiesel an der Tankstelle oder als Rapsöl im Supermarktregal wieder begegnet, ist eigentlich fast egal: Der Raps ist das schöne, gelbe Leichentuch der Landschaft.

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