Das grüne Leichentuch

Frisch gemulchte Ackerränder: kein Lebensraum für Feldlerche, Rebhuhn und Schmetterlinge

Frisch gemulchte Ackerränder in der Rheinebene bei Düsseldorf: Hier regiert der Unverstand, solche Flächen sind kein Lebensraum für Feldlerche, Rebhuhn und Schmetterlinge. (Foto: privat)

Ein alljährlich wiederkehrendes Ärgernis in der sogenannten „Freien Natur“ sind die sinnlos heruntergeschlegelten Ackerränder in der Region. Im Bild oben mal ein besonders krasses Beispiel aus der Urdenbacher Kämpe in Düsseldorf. Einer der letzten ungeteerten Feldwege der Region, leider scheint der Bewirtschafter außer dem Ertrag kein weiteres Interesse an den Flächen zu haben. Hat er doch den Feldrain mitten in der Zeit der Jungenaufzucht der Feldvögel und der Blütezeit der letzten verbliebenen Unkräuter abgemulcht.

Feldlerche und Rebhuhn haben sich auf solchen Flächen schon lange verabschiedet, wird doch auf großen Flächen mit einem Schlag die Deckung weggenommen. Unter dem Mähgut finden die Ackerkräuter kein Durchkommen, die Folge: Der Rain verarmt, sei es durch Überdüngung, abgedriftete Unkrautvernichtungsmittel oder durch das Grüne Leichentuch des Mulchs.

Und demnächst ist es dann wahrscheinlich ganz vorbei mit den  Feldrainen, denn bald wird auf den Zentimeter genau geackert:  GPS-gesteuerte sogenannte Real Time Kinematic (RTK) präzisiert die Navigations-Signale vom GPS auf einen Zentimeter und ermöglicht so genauestes Arbeiten auf dem Feld. Durch diese „Precision Farming“ genannte Technik kann zum Beispiel die Düngung kleinflächig angepasst werden, dadurch werden die Flächen noch weiter nivelliert, und es kann auch noch der letzte Cent aus den Äckern herausgepresst werden.

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2 Antworten zu Das grüne Leichentuch

  1. Uwe Schramka schreibt:

    „Das grüne Leichentuch“ trifft nur für Rotbuchen zu. Die Rotbuche hat ca. 5 cm unter der Erde Luftwurzeln. Damit diese Wurzeln atmen können, muß der Untergrund im Wurzelbereich trocken
    und frei von Bewuchs sein. In der freien Natur trifft dies zu. Auf Grünanlagen und Gartenflächen
    wird -auch von „Fachfirmen“- das Gras bis an den Stamm ausgesät, fleißig bewässert damit das Gas auch gut und dicht wächst. Die Rotbuche kann nicht mehr atmen und erstickt. Erst setzt eine Wpfeldürre ein, nach 2 – 4 Jahren sterben Starkäste ab und der Baum ist verloren.

  2. wie vor schreibt:

    Hallo Herr A.Dahl! Ich kann mich erinnern -es war allerdings vor vielen Jahren-, daß rechts und links eines Feldweges je 1 (?) Meter Ackerrandstreifen nicht bearbeitet werden darf. Ich glaube, das hatte Gesetzeskraft. Das stand in einer offiziellen Mitteilung der Landesregierung NRW (DIE NRW-STIFTUNG o.ä.?)
    MfG Hans Gallasch

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