Putenmäster sperren sich gegen Antibiotika-Überprüfung

Vor allem in der Hähnchen- und Putenmast und bei den Schweinemastbetrieben werden aktuell noch große Mengen an Antibiotika eingesetzt. Antibiotika-Einsatz ist die Regel und gängige Praxis, alles in einer Studie des Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) nachzulesen. Dabei warnen Wissenschaftler schon seit vielen Jahren vor dem regelmäßigen Einsatz, durch den die Bildung multiresistenter Eiterbakterien (MRSA) und anderer Keime forciert wird. Ebenfalls nachzulesen in einer Ausarbeitung des Wissenschaftlichen Dienstes des Deutschen Bundestags: „Antibiotika-Resistenz“.

Aber die Putenmäster in Nordrhein-Westfalen sind gegen Beratung offenbar ebenso resistent wie die Darmkeime ihrer Tiere gegen die Medikamente, sie wehren sich gegen eine vom Verbraucherministerium geplante Überprüfung des Einsatzes von Antibiotika in den Ställen. Dabei verschanzen sich die Betriebe hinter der Befürchtung, die Daten könnten für Wahlkampfzwecke missbraucht werden. Umwelt- und Verbraucherschutzminister Johannes Remmel wirft ihnen im Gegenzug versuchte „Vertuschung“ vor: Freiwillig herausgerückt hat die Branche die Ergebnisse der Untersuchungen nicht.

Stein des Anstoßes ist die Übermittlung entsprechender Daten an das zuständige Landesamt LANUV. Die Putenzüchter verlangen, dass die auf kommunaler Ebene erhobenen Daten nur anonymisiert, also ohne Personenbezug an das Landesumweltamt gemeldet werden.

Das Verbraucherschutzministerium, dem das LANUV untersteht, verlangt jedoch die vollständige Datenübermittlung. Die Ergebnisse der Überprüfung sollen nur anonymisiert veröffentlicht werden, doch gegen Missstände will das Ministerium vorgehen können.

Zur Erinnerung: In der Region war die Putenmast zuletzt im Jahr 2007 ein größeres Thema, damals verhinderte öffentlicher Protest die geplante Erweiterung einer Putenmästerei des Bauern Einloos nördlich des Millrather Bahnhofs in Erkrath, oberhalb des Neandertals. (zum Artikel aus der „bundnessel“).

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