AGNU-Exkursion „Erfolg durch Pflege“ am 7. Juni 2013

von Volker Hasenfuß
Für die Helfer der AGNU Haan (Arbeitsgemeinschaft Natur und Umwelt) findet jährlich im Juni eine Führung statt. Die Exkursion ist als Belohnung für die AGNU-Aktiven gedacht, die sich an den jährlichen Arbeitseinsätzen beteiligen. Es hat sich inzwischen herumgesprochen, dass es auf dieser Exkursion auch zu den Orchideen geht, und das lockt auch andere Naturinteressierte aus der Umgebung. So nahmen 30 Personen an dieser Veranstaltung teil.

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Bienenragwurz (Ophrys apifera) bei der Selbstbestäubung. Foto: Volker Hasenfuß

Die meisten der „heimischen“ Orchideen benötigen kalkhaltige Böden. So ist es ganz natürlich, dass die wenigen in unserer Gegend vorkommenden Orchideen gern in den ehemaligen Kalksteinbrüchen wachsen.
Die AGNU Haan „pflegt“ seit über 20 Jahren im ehemaligen Klärteich eine Fläche von etwas weniger als 1 ha mit sehr großem Erfolg. Die Bestände der Pflanzen, besonders die des „Fuchs‘ Knabenkrauts“ (Dactylorhiza fuchsii) und des „Großen Zweiblatts“ (Listera ovata), sind von anfangs 20 bis 30 Exemplaren auf über 3000 bzw. 8000 angestiegen. Die langjährigen Arbeitseinsätze haben sich also wirklich gelohnt. Ohne jährliche Mahd würden die Flächen verbuschen und die Bodenoberfläche verfilzen. Dann könnten die äußerst kleinen Samen der Orchideen – 100.000 Samen wiegen gerade mal 1 g – die Erdoberfläche nicht erreichen. Nur bei Vorhandensein von speziellen unterirdischen Mykorhizza-Pilzen kann eine Keimung der Orchideensamen gelingen.

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Fuchs´Knabenkraut – Dactylorhiza fuchsii. Foto: Volker Hasenfuß

Die „Bienenragwurz“ (Ophrys apifera) ist inzwischen in guten Orchideenjahren mit einigen Exemplaren zu finden. Sie ist eine sogenannte „Insektentäuschblume“, da sie ihren Bestäubern keinen Nektar liefert, aber ein Insektenweibchen vortäuscht. Form und Farbe und bestimmte Pheromone locken die männlichen Bestäuber an. Da die Bestäuber der Bienenragwurz in unseren Breitengraden nicht vorkommen, bestäubt sich diese Orchideenart selbst.
Leider konnten wir in diesem Jahr noch kein blühendes Exemplar der Bienenragwurz zeigen, da sich die Vegetation um zwei bis drei Wochen verschoben hat.
Auch beim Knabenkraut gab es nur vereinzelt die ersten offenen Blüten zu bewundern, der tolle Blühaspekt stand leider noch aus. Dafür beeindruckte der „Wald“ vom Großen Zweiblatt.
Auch im eingezäunten Bereich der Grube 7 konnten sich die Exkursionsteilnehmer ein Bild von den Pflegemaßnahmen im Gebiet und an den Amphibienteichen machen. Vereinzelt riefen Geburtshelferkröten. Von den Kreuzkröten war nichts zu hören – die Waschbären haben großen Schaden angerichtet.
Trotzdem waren die Teilnehmer sehr beeindruckt, so dass wir hoffen, die Eine oder den Anderen überzeugt zu haben, dass sich ein Einsatz in diesen Gebieten (07.09.13 und 28.09.13) lohnt und mit Gleichgesinnten auch Spaß macht.

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