Grasfrosch- und Krötensterben im NSG Grube 7 – Was nun?

von Volker Hasenfuß

Ist in Haan-Gruiten der Bär los? Nein, sicher nicht – „Problem-Bär“ Bruno ist längst abgeschossen. Aber es gibt viele Waschbären und die sorgen für reichlich Probleme!

Nachtaufnahme von Waschbären, Grube 7,  12.April 2013

Nachtaufnahme von Waschbären, Grube 7, 12.April 2013


In den letzten Jahren mussten wir einen sehr starken Rückgang der Amphibien, besonders der Kreuzkröte, feststellen. Die Suche nach der Ursache gestaltete sich zunächst recht schwierig, denn nach dem Bau der Amphibienteiche gab es ein paar Jahre lang wieder einen sehr guten Bestand an Kreuzkröten.

Bereits im Kiebitz 2/2008 habe ich gefragt: „Was ist los mit den Amphibien?“  …..neue Prädatoren wie Uhu und Waschbär mit seiner Vorliebe für amphibische Kost kommen in Frage.“

Im vergangenen und in diesem Jahr fanden wir viele an- und ausgefressene Tiere, z.T. zwischen den Laichballen der Grasfrösche. Viele der angesprochenen NRW-Amphibienexperten konnten die „Fraßbilder“ nicht erklären und nannten ganz unterschiedliche Prädatoren. Spuren am Teichrand ließen den Verdacht auf die Waschbären fallen.

Eine vom NABU Kreis Mettmann gekaufte und von mir und Markus Rotzal im April 2013 aufgestellte Wildkamera brachte nun den Beweis: Zur Wanderzeit der Grasfrösche stellten sich ab ca. 21 Uhr Waschbären ein und blieben die ganze Nacht bis zum Morgengrauen (300 Aufnahmen von Waschbären in einer Nacht!). In dem begrenzten Bildausschnitt konnten maximal drei Waschbären in einem Bild festgestellt werden, und zwar genau an der Stelle, wo die Grasfrösche gelaicht haben und morgens die toten Frösche gefunden wurden.

Wenn das so weitergeht, werden die nach der FFH-Richtlinie streng geschützten Amphibienarten bald ausgestorben sein. Möglicherweise sind auch die Gelege des Uhus und der Waldschnepfe gefährdet. Es gibt inzwischen auch Fotos eines Waschbären in der Felswand!

Das biologische Gleichgewicht im NSG Grube 7 ist durch die Waschbären jedenfalls nachhaltig gestört. Bei einer weiteren Ausbreitung der Waschbären – und davon  ist mangels natürlicher Feinde bei uns auszugehen –  sind viele Artenschutzmaßnahmen wie Krötenzäune, Krötenzuchtprogramme, Uhuschutzprogramme usw. sehr stark gefährdet.
Zusammen mit den Behörden und Institutionen muss jetzt an einer Problemlösung gearbeitet werden.

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3 Antworten zu Grasfrosch- und Krötensterben im NSG Grube 7 – Was nun?

  1. r schreibt:

    In den letzten Jahren mussten wir einen sehr starken Rückgang der Amphibien, besonders der Kreuzkröte, feststellen. Die Suche nach der Ursache gestaltete sich recht einfach- der Mensch!

    Ich bin mir sicher ihr werdet schon einen Jäger finden, der sich dann in den Haaner Medien dann als großer Naturschützer profilieren wird…

    • spoerkelnbruch schreibt:

      Nein! So ist es eben nicht! Die Kreuzkröte als Pionierart überlebt in unserer Region NUR durch ständiges neu Schaffen von vegetationslosen Flachwassertümpeln, und ist insofern auf den Menschen angewiesen.

  2. spoerkelnbruch schreibt:

    ich sehe keine echte Möglichkeit die Waschbären wieder los zu werden. Wollen wir denn scharfe Bejagung / Fallenstellerei oder so etwas in unseren NSGs? Ich jedenfalls nicht! Meinem ersten Waschbären habe ich übrigens schon vor 13 Jahren auf dem Hildener Kreuz gesehen – überfahren. Die Art ist hier etabliert und nicht mehr wegzubekommen.

    Die Grasfrösche sind übrigens noch nicht mal auf der Roten Liste http://www.lanuv.nrw.de/natur/arten/rote_liste/pdf/RL-NW11-Lurche-Amphibia-endst.pdf , Erdkröten ebensowenig. Und der Graureiher im Teich vor meinem Haus macht genau das gleiche wie die Bären in der Grube, Frösche fressen, in Massen.

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