Blick unter die Ligusterhecke

Kapitales Großinsekt: Ligusterschwärmer erreichen leicht 12cm Spannweite. Haan, Spörkelnbruch, 20. Juli 2013 (Foto: Armin Dahl)

Kapitales Großinsekt: Ligusterschwärmer erreichen leicht 12cm Spannweite. Haan, Spörkelnbruch, 20. Juli 2013 (Foto: Armin Dahl)

Mit einige Abstand das größte einheimische Insekt ist der Ligusterschwärmer (Sphinx ligustri), der im Juni/Juli seine Flugzeit hat und dessen Raupe im August ihr Wachstum vollendet. Mit ein bisschen Glück kann man die Art im Hausgarten finden, auch mitten in Siedlungen.

Im August ist Zeit, die Hecken zu schneiden, dann sind alle Vögel aus den Nestern, und Buchsbaum, Liguster und Berberitze treiben nicht mehr stark nach. Ein Schnitt pro Jahr reicht als völlig aus um die Büschen in Form zu bringen.
Dabei ist allerdings immer noch reichlich Leben in den Büschen, und wer aufpasst und die Hecke erst einmal VOR dem Schnitt begutachtet, kann schöne Beobachtungen machen.

Ligusterschwärmer-Raupn haben ein - völlig harmloses - Horn und schicke Streifen (Foto: Armin Dahl)

Ligusterschwärmer-Raupen haben ein – völlig harmloses – Horn und schicke Streifen. Sie fressen im letzten Raupenstadium große Mengen an Blättern. Die Eier stammen aus Düsseldorf-Wersten. (Foto: Armin Dahl)

Dabei ist es wichtig auch mal UNTER die Hecke zu schauen, vor allem an Liguster-, Flieder- und Forsythienhecken, und am besten wenn sie an Straßenrändern und Trottoirs wachsen. Denn dort findet man die Hinterlassenschaften der dicken Schwärmerraupen am leichtesten: Die Kotkrümel der Ligusterschwärmer-Raupen sind eigentlich keine Krümel mehr, sondern erreichen Erbsengröße. Eine ausgewachsene Raupe produziert täglich Dutzende dieser Kügelchen, die beim näheren Hinschauen stark gekerbt sind – bedingt durch die Form des Darms – und aussehen wie schwarze Miniatur-Handgranaten.

Hat man einmal die Kotspuren gefunden, ist meistens die große grüne, mit schicken Rallystreifen verziert Raupe nicht weit. Wer Lust hat kann das Tier vorsichtig mitsamt der Unterlage einsammeln. Achtung, die Tiere haben an ihren Füßchen winzig kleine Haken, die dürfen keinesfalls abgerissen werden, sonst gehen die Raupen ein. Also am besten das Blatt oder Ästchen auf das Tier sitzt im Ganzen abschneiden.

kapitale Kacke: Ligusterschwärmerraupen haben im letzten Larvenstadium großen Appetit (Foto vom 14 August 2013: Armin Dahl)

kapitale Kacke: Ligusterschwärmerraupen haben im letzten Larvenstadium großen Appetit (Foto vom 14 August 2013: Armin Dahl)

In einem kleinen Terrarium oder Plastikgefäß kann man die Ligusterschwärmer-Raupen bis zur Puppe weiterzüchten, zur Verpuppung genügt meistens ein Blumentopf mit Erde, oder einfach ein paar Schnipsel Küchenpapier auf dem Boden des Gefäßes.

Im Winter kommt der Blumentopf auf den Balkon, sonst schlüpft der Falter zu früh. Kälte macht der Puppe nichts aus, nur nass sollte sie nicht werden. Ende Juni des darauffolgenden Jahres schlüpfen dann die Falter aus, falls die Raupen nicht parasitiert waren oder die Puppen durch zu hohe Feuchtigkeit verschimmelt sind.

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2 Antworten zu Blick unter die Ligusterhecke

  1. Sven schreibt:

    Schöner Artikel… nur die Werbung mit dem Dicken und Dünnen passt nicht dazu. Sven

    • spoerkelnbruch schreibt:

      aah, sehe ich gar nicht, dank adblocker. lässt sich nur vermeiden, wenn ich den artikel noch mal aktualiere – wie gerade 😉

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