Blinzelwetter

Fachmännische Feuchtgebietspflege ist oft ein Glücksspiel: Wenn das Wetter nicht passt verwandelt sich das zu schützende Objekt schon mal in eine große Matschkuhle, und die Trittschäden durch die Pflegetruppe sind eigentlich größer als der Nutzen, den das Gebiet von der Maßnahme hat. Das ist auch der Grund weshalb Sümpfe, Streu und Niedermoore generell zu wenig genutzt und gepflegt werden, der Aufwand ist nicht kalkulierbar, bei schlechtem Wetter laufen die Kosten aus dem Ruder und die schöne Feuchtwiese sieht hinterher fürchterlich aus.

Es sei denn man hat die Möglichkeit den optimalen Zeitpunkt abzuwarten, und dann entsprechend Manpower zur Verfügung, um die Pflege rasch und schonend durchzuziehen. In diesem Sinne perfekt lief die diesjährige Entbuschungsaktion im FFH-Gebiet Spörkelnbruch, dem westlichsten Zipfel des Stadtgebiets Haan  auf der Bergischen Heideterrasse. Dort haben wir in den letzten Jahre einige Pflegeeinsätze durchgeführt, um die beiden extrem artenreichen, aber durch einen Streifen Pionierwald isolierten Feuchtwiesen wieder zu einer einzigen offenen Fläche zusammenzuführen. Das Gebiet entwickelt sich prächtig, die Bestände des Gefleckten Knabenkrautes (Dactylorhiza maculata) haben sich in den letten Jahren ausgebreitet, und auch das Sumpfhornklee-Widderchen (Zygaena trifolii) fliegt wieder auf der gesamten Offenland-Fläche.

Zurückdrängen der Brombeeren war das diesjährige Pflegeziel, dazu mussten noch einige Erlen weichen, instabile und bereits auseinandergebrochene Bruchweiden wurden fachmännisch gefällt, zerlegt und sofort abtransportiert. Das Ganze bei Schnee und nach kräftigem Frost, so dass nur geringe Trittschäden entstanden sein dürften. Nach vier Stunden war der Einsatz bei herrlichstem Winterwetter vorbei, und die gut 15 Beteiligten mampften zufrieden ihre Suppe und blinzelten in die Sonne.

Im Sommer Ende Juni werden wir dort noch eine zoologsch-botanische Exkursion zur Erfolgskontrolle unserer Maßnahmen durchführen, näheres findet sich im Terminkalender. Und wer die Geschichte des Spörkelnbruchs noch mal nachlesen will, macht das am besten im „Kiebitz“

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