Der Kiebitz ist tot – es lebe der Kiebitz Kompakt!

Die Zeit für gedruckte Mitgliederzeitungen von Vereinen läuft ab, fressen sie doch in der Herstellung eine Unmenge an Zeit und Nerven der Aktiven. Und außerdem geht ein erheblicher Teil des Vereinsbudgets für Druck- und Versandkosten drauf, Geld dass ein Naturschutzverband besser woanders verwenden kann.

Und so ist nach dem Kiebitz 3 /2014 – dem 100. Kiebitz Schluß, an dieser Stelle noch einmal VIELEN DANK an „Chefredakteur“ Frank Wolfermann für seinen jahrzehntelangen Einsatz.

Ab sofort gibt es den Kiebitz Kompakt als .pdf-Datein mit maximal sechs Seiten Umfang, und nur wer ausdrücklich auf einer gedruckten Version besteht bekommt ihn noch als „Schneckenpost“. Dafür kann man den Kiebitz Kompakt jetzt auch auf Handys oder dem tablet lesen und

Damit das alles auch halbwegs funktioniert, haben die fleißigen Helfer im Hintergrund neben der Erstellung des Textes auch eine Menge Arbeit in die Aufarbeitung der Adressen der Mitglieder, Freunde und Förderer der AGNU Haan gesteckt. Wer trotzdem noch keinen Kiebitz Kompakt bekommen hat, schreibt bitte mit

Betreff: „E-Mail-Abo Kiebitz Kompaktan
kiebitz.redaktion [ätt] agnu-haan.de  
oder
AGNU Haan e.V. Postfach 1505, 42759 Haan

Natürlich bieten wir die .pdf-Datei auch zum kostenlosen Download an, unter https://agnuhaan.wordpress.com/kiebitz/. Dort liegen auch alle Ausgabe des alten Heftes in digitalisierter Form.

Beiträge und Kommentare erbeten!
Damit wir auch auf elektronischem Wege Ihre/Eure Kommentare veröffentlichen können, werden wir zu jeder neuen Ausgabe ein Inhaltsverzeichnis veröffentlichen. Bemerkungen zum Inhalt können dann weiter unten ins Kommentarfeld geschrieben und sofort veröffentlicht werden. Nur keine Scheu, wir sind auf Eure Beiträge und Feedback angewiesen!

Kiebitz Kompakt 1 – Juni (Inhaltsverzeichnis)

  • Frühling – ein neuer Anfang (Frank Wolfermann)
  • Da war doch etwas – Gehörnte Mauerbiene (Joop van de Sande)
  • Stiftung rheinische Kulturlandschaft – Partner der Stadt Haan (Sven M. Kübler)
  • Wünsche an den „Neuen“ Bürgermeister (Sven M. Kübler)
  • Wer hat die Nachtigall gestört (Sigrid van de Sande)
  • Löwenzahn und Klee – Nix oh je!  (Rosemarie Discher)
  • Termine
  • Wer macht was ?

Wir wünschen uns eine rege und selbstverständlich faire Diskussion!

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4 Antworten zu Der Kiebitz ist tot – es lebe der Kiebitz Kompakt!

  1. Dr. Karl Heinz Lampe schreibt:

    vielleicht ist es durch die Umstellunung auf digitale Kommunikation möglich auch alternative Ansichten im Kiebitz Kompakt zu publizieren.

    Kommentar zur gestörten Nachtigall bzw. zum Artenschutzbericht des Bundesamtes für Naturschutz

    Wenn nach ca. 30 Jahren Naturschutz fast 50% unserer Tierarten und viele Pflanzenarten vom Aussterben bedroht sind und viele (?) schon ausgestorben sind, dann muss man sich doch fragen, ob die Maßnahmen richtig waren oder ob nicht vieles verbessert werden muss. Die roten Listen sollten doch eine Erfolgsbilanz zeigen und nicht ein Scheitern der Maßnahmen.

    Da sei eine erste Korrektur angebracht, wenn die Anzahl der Tierarten in Finnland mit ca. 19 000 Tierarten, in Deutschland mit 48 000 Tierarten und in Italien mit ca. 58 000 Tierarten angegeben wird, zeigt das eine ökologische Regel, dass in wärmeren Ländern bzw Biotopen eine größere Artenzahl zu finden ist. Wie sollte dann mit einer Klimatemperaturerhöhung ein Niedergang der Arten erfolgen? Im Gegenteil, es ist zu erwarten, dass wir eine Erhöhung der Artenzahlen erreichen werden. Für die Pflanzen kann das jeder unmittelbar nachvollziehen, alle frostgefährdeten Pflanzen könnten dann ganzjährig bei uns existieren.

    Unsere Medien beschallen uns immer und immer wieder mit dem allgemeinen Artensterben, leider werden konträre Meinungen ausgeblendet, ja unsere freie Presse publiziert entsprechende Artikel nicht. Da bleibt die Hoffnung, dass die kiebitz redaktion die Zivilcourage hat, eine alternative Meinung und Information zu publizieren.

    Josef H. Reichholf hat ein Buch geschrieben: Die Zukunft der Arten (Neue ökologische Überraschungen). (ca. 10 €). Deutschlandradio schreibt dazu auf der Rückseite: „Es geht um einen differenzierten und wissenschaftlich begründeten Schutz der Natur , der sich auf Fakten stützt und nicht auf Glaubensbekenntnisse und Naturromantik“.

    Um einen Knüller vorweg zu schicken, Reichholf ist ein Mann vom Fach und fachkompetent, er leitet die Abteilung Wirbeltiere der Zoologischen Staatssammlung München und lehrt als Professor für Biologie und Naturschutz an der Universität und der Technischen Universität München. Seine erste bemerkenswerte Aussage ist: es hat noch nie so viele Arten in Deutschland gegeben wie heute! Seine zweite: (Seite 46) „Zusammengefasst ergibt sich daraus, dass der Naturschutz selbst zu einem bedeutenden Verursacher der Artenrückgänge geworden ist. … In Bezug auf den Artenschwund nehmen diese Folgen des Natur- und Umweltschutzes im weiteren Sinne hinter der Landwirtschaft den zweiten Rang ein.“

    Auf den Seiten 26 und 27 stellt Reichholf Zahlen für die Artenausstattung der Pflanzenwelt Bayerns vor . 2704 einheimische Arten und 374 „Eingebürgerte“. 78 verschollenen Pflanzenarten stehen demnach 374 Neophyten gegenüber , es gibt also fast fünfmal mehr neue Arten in Bayern als verschwunden sind. Auch in NRW stehen den bedrohten Arten Neueinwanderer entgegen, nur werden diese geflissentlich unter den Tisch gekehrt.

    Ich möchte mich noch auf einen Satz im kiebitz beziehen: „Zudem ist das Vorhandensein nutzungsfreier Wälder unverzichtbar, um das gesamte Spektrum der Artenvielfalt zu erhalten“.
    Hier zeigt sich die Ideologie, man muss nur die Natur sich selbst überlassen und alles wird gut.
    Sich selbst überlassen, strebt die Natur einem Endzustand (einem Climax Zustand ) zu, der dadurch gekennzeichnet ist, dass wenige Arten in großen Populationen auftreten. Ein Climax -zustand ist also artenarm! Konkret, wenn man in Grube 7 die Kulturmassnahmen für die Orchideenwiesen einstellen würde, würden Gräser die Orchideen überwuchern und diese verschwinden. Wenn man in Grube 7 und 10 die Birken nicht entfernen würde, würden die Gruben in einigen Jahren verwalden und zu einem Artenrückgang führen. Die Natur wandelt sich ständig, nur nicht nach unseren Wünschen.
    Wer den Artenschutzbericht liest, sollte sich fragen, welche politischen und finanziellen Wünsche damit verbunden sind. Ich empfehle Ihnen das Buch von Josef H. Reichholf.
    Dr. Karl Heinz Lampe

    • spoerkelnbruch schreibt:

      Hallo Herr Lampe,
      natürlich wollen wir Ihnen nicht den Weg in die digitale Kommunikaton versperren, im Gegenteil!
      Abgesehen davon führen wir diese Diskussion ja auch ständig, Und wenn der großkalibrige Professor Reichholf “den Naturschutz” als Faktor für den Artenschwund nennt, naja, jedes seiner vielen Bücher lebt auch von provokanten Thesen. Und das zitierte Bundesamt für Naturschutz (BFN) hat eine gut ausgebaute Pressestelle und produziert ansonsten viel Warmluft.
      Was die AGNU angeht so haben wir hier längst beschlossen dass wir hier lokal auf den Flächen auf die wir Zugriff haben mit einem Zielartenkonzept arbeiten, lassen sie es mich mal kurz auf vier Arten zusammenfassen: Bienenragwurz – Geflecktes Knabenkraut – Kaisermantel – Hohltaube – Hirschkäfer. Also blütenreiche Magerrasen und magere Feuchtwiesen auf möglichst großer zusammenhängender Fläche, und wenn schon Wald dann möglichst alt und reich an Höhlen und Totholz.
      Klimaxwälder mit kompletter Artenausstattung sind hier vor Ort sowieso nicht zu erreichen, dazu sind die Restflächen im Ballungsraum viel zu klein. Allerdings gibt es momentan so viel dichten Wald wir nie zuvor seit mindestens zwei Jahrtausenden, die Waldfläche steigt fast so schnell an wie die Arten-Kenntniss der Bevölkerung sinkt.
      Die industrielle Agrarproduktion arbeitet sehr intensiv daran möglichst wenig Leben ausser den Nutzpflanzen auf den Äckern und Wiesen zuzulassen, und bekommt dafür noch Steuergelder in unglaublichem Umfang. Die ganze Branche fällt momentan hier in der Region als seriöser Ansprechpartner für Naturschutzfragen leider aus.
      Das Problem der nächsten Jahrzehnte wird das Fehlen von extensiv genutzten ungedüngten Offenland-Flächen sein, jedenfalls was den Artenschutz angeht.
      Der nächste Arbeitseinsatz zum Abräumen der Orchideenwiese im ehemalgen Klärteich in Grube 7 ist übrigens am 5. September 2015, Helfer und Gäste sind willkommen!

      • E. Fischer schreibt:

        Sehr geehrter Herr Spoerkelnbruch,
        Ihre Antwort auf den mir doch etwas suspekten Leserbrief hat mir recht gut gefallen, genau wie Ihre vielen dankeswerten Kommentare in und zum Kiebitz in den vergangenen
        Jahren.
        Herzlichen Dank für Ihre große Mühe, und machen Sie bitte weiter so wie bisher!
        E. Fischer

      • spoerkelnbruch schreibt:

        naja, was heisst suspekt: Es gibt im Naturschutz reichlich Zielkonflikte, und auch auf lokaler Ebene ist es nicht einfach. Der Kollege Reichholf hat als Überflieger natürlich einen anderen Blick auf die Dinge als wir kleinen Krauter die uns an ein paar Restflächen und der Lokalpolitik abarbeiten.
        Im schwäbischen gibts dafür einen schöne Spruch, übersetzt: „Man kann nicht gleichzeitig scheißen, Kraut hacken und dem Pfarrer die Hand geben.“ in diesem Sinne machen wir denn mal so weiter wie bisher.
        Armin Dahl

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