Leere am Futterhäuschen? Wintervögel zählen!

Aktuell melden Vogelbeobachter im ganzen Land, dass in den Gärten auffallend wenige Vögel zu sehen sind.
Auch innerhalb der AGNU wurde vom Ausbleiben häufiger Arten berichtet wie Blaumeise, Kohlmeise und Buchfink, die sich üblicherweise zu dieser Jahreszeit am Futterhäuschen einstellen würden. Eine erste Auswertung von Daten des Beobachtungsportals Naturgucker.de bestätigt, dass bei einigen Vogelarten, die im November aus Gärten gemeldeten Zahlen deutlich unter den November-Zahlen der Vorjahre liegen.
Wir haben bei kompetenten Stellen des NABU und der Vogelschutzwarte in NRW nachgefragt und es gibt verschiedene Vermutungen.
– Die Waldbäume haben in diesem Jahr reichlich Samen entwickelt – eine Snackbar für Eichhörnchen und Vögel, die davon lange knuspern können. In solch einem Mastjahr finden Meisen und Finken viel Futter in den Wäldern und halten sich weniger in Gärten zur Nahrungssuche auf.
– Andererseits könnte ein geringerer Bruterfolg in diesem Jahr bei uns und in den nördlich und östlich gelegenen Herkunftsgebieten unserer Wintergäste zu einer tatsächlich geringeren Zahl von Vögeln in diesem Winter geführt haben.
– Bruterfolge in diesem Frühjahr waren aufgrund nasser und kalter Witterung schlecht. In der Folge ist der Bestand diesjähriger Jungvögel in Herbst und Winter deutlich geringer als sonst.
– Schließlich ist der Zuzug aus Skandinavien und Sibirien möglicherweise auch durch schlechte Wetterbedingungen geringer als sonst.
– Einige Vogelarten wurden durch Seuchen geschwächt. Dennoch – der Amselbestand scheint stabil zu sein.
Den eigenen Garten attraktiv für Vögel zu machen ist zudem nicht schwer: Überlassen Sie „wilde Ecken“ sich selbst, pflanzen Sie einheimische Sträucher und vermeiden Sie – aber wem sagen wir das – „Insektenvertilger“!

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Birkenzeisig, Acanthis flammea. Quelle/Foto: GDFL-Lizenz: Cephas

Übrigens: man kann bei genauem Hinschauen auch in Haan Glück haben: vor einigen Jahren haben wir an einer Futterstelle auf dem katholischen Friedhof einen Trupp Birkenzeisige beobachtet, der gar nicht scheu war. Die Birkenzeisige haben ähnlich wie Bluthänflinge einen gegabelten Schwanz, sind aber an einer dunklen Streifung und einem kürzeren Schwanz zu unterscheiden. Die Weibchen haben bei beiden Arten keine rote Brustfärbung, wie auf dem Foto.

Bundesweite Zählaktion vom 6. bis 8. Januar 2017

Zum siebten Mal rufen NABU und LBV zur bundesweiten „Stunde der Wintervögel“ auf. Neben den „Standvögeln“, die das ganze Jahr über bei uns bleiben, lassen sich zusätzliche Wintergäste beobachten, die aus dem noch kälteren Norden und Osten nach Mitteleuropa ziehen. Nehmen auch Sie sich eine Stunde Zeit und beobachten die Vögel in Garten oder Park. (Genaueres unter: https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/stunde-der-wintervoegel/index.html)

Bei der Aktion 2017 gibt es übrigens folgendes zu gewinnen: Ein hochwertiges Zeiss-Fernglas sowie Ikea-Gutscheine, Bücher, Igelhäuser und Vogelnistkästen, Kosmos-Experimentierkästen, Vogelbücher und Naturstimmen-CDs.

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