Woher nehmen: Öko-Tannenbaum

Große Kyrill-Flächen im Sauerland wurden mit Weihnahchtsbäumen aufgeforstet. Winterberg-Hoheleye, 25. Juli 2008 (Foto: Armin Dahl)

Die Debatte über Glyphosat und Insektensterben hat im ablaufenden Jahr endlich richtig an Fahrt aufgenommen. Und natürlich ist davon auch die schwierigste Entscheidung des Winters betroffen: Welches Tännchen hätten Sie denn gern?

Der allergrößte Teil der mehr als etwa 25.000.000 in Deutschland verkauften Bäume stammt aus Intensiv-Landwirtschaft, ein geringer Teil davon wächst auf Sondernutzungsflächen, z. B. auf durch den Wald führenden Hochspannungstrassen oder Pipelines. Nur ein winziger Bruchteil wächst unter kontrolliert ökologischen Bedingungen heran, auf den meisten Kulturflächen wird gedüngt und gespritzt was das Zeug hält.
Öko-Weihnachtsbäume dagegen stammen aus Betrieben, die entweder nach den Kriterien des ökologischen Landbaus, z.B. Bioland, Naturland oder BIO oder von großen Forst-Zertifizierern wie FSC [Forest Stewardship Council] zertifiziert sind.

Am besten man informiert sich vor dem Kauf, was der jeweilige Stand im Angebot hat: Die Frage nach dem Einsatz von Glyphosat ist nicht verboten, schließlich steht das gute Stück danach meist mehrere Wochen im Wohnzimmer. Einige Produzenten im Bergischen Land arbeiten auch mit Shropshire-Schafen, welche bei richtiger Weidetechnik und guter Gesundheit die Bäume nicht verbeißen oder schälen, und nur das Gras dazwischen herausfressen. Und vielleicht kann der eine oder andere Grashaln, der beim Auspacken des Baumes entdeckt wird, auch mal mit der Hand entfernt werden.
Ganz moderne Menschen bestellen den Baum gleich im Internet und lassen ihn sich mit der Post bringen, ob das so ökologisch ist muss jeder selbst entscheiden.

Mein Tipp: Sonntagsspaziergang im Bergischen Land, und auf dem Rückweg noch einen Stop beim Öko-Bauern einlegen, und dort ganz gezielt einkaufen. Die Organisation Robin Wood hat auch in diesem Jahr wieder eine Liste von Öko-Weihnachtsbaum-Adressen herausgegeben, hier ausnahmsweise verkürzt auf die Anbieter aus Nordrhein-Westfalen

Viele Betriebe stehen übrigens vor der Entscheidung ob sie in Zukunft auf Glyphosat verzichten wollen: Entschieden wird das alles von uns, den Verbrauchern! Der Gesamtumsatz des Weihnachtsgeschäfts im Jahr 2016 wird auf etwa 92 Milliarden Euro geschätzt. Wenn ein paar davon für ein gutes Gewissen und ökologische Produkte angelegt werden, wirds dann eine richtig Frohe Weihnacht!

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