Pestizidfreie Kommune Haan

„Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.“ Was als Grundsatz in Artikel 14 des Grundgesetzes steht, bringen die meisten Mitbürger nur mit der Vermögenssteuer in Verbindung. Aber natürlich gilt das auch für den Umgang mit Grundbesitz, im speziellen Fall den Grundbesitz der Städte und Gemeinden.

Hier ist riesiges Potential für ökologische Verbesserungen, und im Jahr 2018, in dem das Insektensterben in aller Munde war, tut sich an vielen Stellen etwas!

Rechtzeitig zu Weihnachten ein kleiner Erfolg der Naturschutz-Bemühungen, den sich die AGNU zum Teil auf die Fahne schreiben kann: Wie die Rheinische Post berichtet, hat die Stadt Haan hat auf Initiative der GAL-Fraktion beschlossen, dass im Stadtgebiet auch auf landwirtschaftlichen Flächen und Grünflächen nachhaltige Maßnahmen zum Schutz der Insekten ergriffen werden sollen!

Besonders wichtig: Die Stadt Haan bekennt sich zur BUND-Kampagne „Pestizidfreie Kommune“. Die Pachtverträge über Flächen im öffentlichen Besitz sollen angepasst werden, Landwirtschaftliche Nutzflächen im Eigentum der Stadt Haan werden bei Neu-verpachtung vorrangig an Betriebe verpachtet, die sich verpflichten, mit der Bewirt-schaftung einen Mehrwert für Natur und Artenvielfalt zu erzeugen. Dies kann zum Beispiel durch die Bewirtschaftungsvorgaben des ökologischen Landbaus oder durch eine Bewirtschaftung ohne Herbizide (wie Glyphosat) und/oder Insektizide (wie Neonikotinoide) geschehen. Kommunale Grünflächen werden künftig, wo es fachlich sinnvoll ist, durch Ansaat oder Initialpflanzung mit ein- oder mehrjährigen Blühpflanzen versehen. Wer das alles genauer nachlesen will, der findet Informationen darüber unter anderem im Rats- und Informationssstem der Stadt Haan.

Bei den Beratungen im Stadtrat wurde dabei explizit Bezug genommen auf die frisch eingesäte Pachtfläche der AGNU südlich des Neuen Gewerbegebietes in Gruiten. An dieser Stelle nochmals ein Dankeschön an alle die an diesem Projekt mitgewirkt haben!

Die AGNU hat schon vor über fünf Jahren offen über das Insektensterben und die Gründe dafür diskutiert, Ich persönlich habe mir für AGNU-Blogeinträge wie „Das gelbe Leichentuch“ eine Menge Diskussionen eingehandelt. Heute ist das allseits akzeptierter Kenntnisstand, Umweltthemen haben in Zeiten von Klimawandel und Artensterben plötzlich wieder Konjunktur. Mal sehen ob der in Haan angestrebte Verzicht auf Pestizide im privat genutzten Garten auch dann noch gilt, wenn der Buchsbumzünsler wieder zugeschlagen hat. 🙂

Schon jetzt ist klar dass die AGNU auch 2019 nicht lockerlassen werden, wenn es gegen Flächenverbrauch, Intensivlandswirtschaft und zunehmenden Verkehr geht. Und für die Entwicklung und Erhaltung der von AGNU-Seite betreuten Flächen können wir jede Hilfe, Mitarbeit oder Spende gut gebrauchen!

 

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