Pflegeeinsatz Steinbruch Grube 7 in Haan-Gruiten

Die Kalksteinbrüche zwischen Haan und Wuppertal sind traditionell eines der Einsatzgebiete des ehrenamtlichen Naturschutzes, sei es als Exkursionsziel, Fotomotive oder für Pflegeeinsätze. Die Arbeit geht uns dort nicht so schnell aus.

Pflegeziele sind vor allem die Entwicklung von sonnenbeschienenen Magerrasen mit artenreicher Pflanzenwelt sowie das freihalten von Felsen und Schutthalden, die besonders viel Sonne abbekommen und für wärmeliebende Tierarten deshalb attraktiv sind.

Am kommenden Samstag ist es mal wieder so weit, wir wollen einen weiteren Abschnitt entlang des Wanderwegs durch die Grube aus dem Schatten der Bäume holen: Ohne die Pflege der AGNU wären die meisten Teilflächen in den Steinbrüchen schon seit Jahren vom Wald überwuchert, und für Zauneidechse, Geburtshelferkröte und Kaisermantel unattraktiv.

Treffpunkt ist Samstag 20. Januar um  9:30 Uhr an der Schranke zur Grube 7, „Am Steinbruch“, Haan-Gruiten. Info: Markus Rotzal, Tel. 0175 1419665.
Wer kommt darf gerne einen Kuchen für die Kaffeepause mitbringen, am Ende des Einsatzes um ca. 12.30 gibt es auf jeden Fall noch einen ordentlichen Imbiß.
Feste Schuhe, wetterfeste Kleidung und Arbeitshandschuhe sind bei den Winter-Einsätzen auf jeden Fall notwendig!


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AGNU Vorstand für weitere zwei Jahre gewählt

Der Vorstand der AGNU wurde einstimmig wiedergewählt. Markus Rotzal, Hans-Joachim Friebe, Sven M. Kübler und Christiane Schmitt. (Foto A. Dahl)

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Initiative: „Rettet die Backesheide“

Flächenfraß durch Überbauung, Ausweisung neuer Wohn- und Gewerbegebiete, Ausbau der Verkehrsflächen: Im Speckgürtel rund um Düsseldorf wird momentan keinerlei Rücksicht auf den Erhalt der letzten Freiflächen genommen.

Die Backesheide zwischen Haan und Solingen ist so eine Fläche, die als Gewerbegebiet ins Gespräch gebracht wurde: Gegen die Stimmen der Wählerinitiative Lebenswertes Haan (WLH) und der Grün-Alternativen Liste (GAL) (13 Jastimmen, 4 Neinstimmen) gab der Ausschuss für Stadtentwicklung den Auftrag, einen entsprechenden Bebauungsplan „Nördlich Backesheide“ aufzustellen.
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Wir erinnern uns: Die Backesheide war bis vor wenigen Jahren noch Brutgebiet der Haaner Kiebitze, die in den ersten Jahren nach dem Umbau der A46-Ausfahrt Haan-Ost sogar noch mitten in der Autobahnschleife Brutversuche unternahmen. Heute liegt die Fläche, umzingelt von Straßen, an der östlichen Haaner Stadtgrenze, direkt am bereits ausgewiesenen Gewerbegebiet „Fürkeltrath“ auf Solinger Gemarkung. Werden beide Gebiete genutzt, wachsen an dieser Stelle die beiden Städte zusammen und das Ittertal ist dann endgültig von Siedlungen, Industrie und Gewerbe umzingelt.

Aktuell sammelt eine Bürgerinitiative um die beiden Aktivisten Charlotte Schmitz und Dieter Jürgens Unterschriften gegen die Umwidmung der Fläche. Die Unterzeichner fordern die Bürgermeisterin und den Rat der Stadt Haan auf, die landwirtschaftlich genutzten Flächen an der Backesheide zu erhalten und keine Änderung des Flächennutzungsplanes zuzulassen. Listen liegen in etlichen Haaner Geschäften aus

Hier gehts zur Online-Petition


Link: Gewerbe- und Industrieflächen-Konzept des Kreises Mettmann (2012)

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Woher nehmen: Öko-Tannenbaum

Große Kyrill-Flächen im Sauerland wurden mit Weihnahchtsbäumen aufgeforstet. Winterberg-Hoheleye, 25. Juli 2008 (Foto: Armin Dahl)

Die Debatte über Glyphosat und Insektensterben hat im ablaufenden Jahr endlich richtig an Fahrt aufgenommen. Und natürlich ist davon auch die schwierigste Entscheidung des Winters betroffen: Welches Tännchen hätten Sie denn gern?

Der allergrößte Teil der mehr als etwa 25.000.000 in Deutschland verkauften Bäume stammt aus Intensiv-Landwirtschaft, ein geringer Teil davon wächst auf Sondernutzungsflächen, z. B. auf durch den Wald führenden Hochspannungstrassen oder Pipelines. Nur ein winziger Bruchteil wächst unter kontrolliert ökologischen Bedingungen heran, auf den meisten Kulturflächen wird gedüngt und gespritzt was das Zeug hält.
Öko-Weihnachtsbäume dagegen stammen aus Betrieben, die entweder nach den Kriterien des ökologischen Landbaus, z.B. Bioland, Naturland oder BIO oder von großen Forst-Zertifizierern wie FSC [Forest Stewardship Council] zertifiziert sind.

Am besten man informiert sich vor dem Kauf, was der jeweilige Stand im Angebot hat: Die Frage nach dem Einsatz von Glyphosat ist nicht verboten, schließlich steht das gute Stück danach meist mehrere Wochen im Wohnzimmer. Einige Produzenten im Bergischen Land arbeiten auch mit Shropshire-Schafen, welche bei richtiger Weidetechnik und guter Gesundheit die Bäume nicht verbeißen oder schälen, und nur das Gras dazwischen herausfressen. Und vielleicht kann der eine oder andere Grashaln, der beim Auspacken des Baumes entdeckt wird, auch mal mit der Hand entfernt werden.
Ganz moderne Menschen bestellen den Baum gleich im Internet und lassen ihn sich mit der Post bringen, ob das so ökologisch ist muss jeder selbst entscheiden.

Mein Tipp: Sonntagsspaziergang im Bergischen Land, und auf dem Rückweg noch einen Stop beim Öko-Bauern einlegen, und dort ganz gezielt einkaufen. Die Organisation Robin Wood hat auch in diesem Jahr wieder eine Liste von Öko-Weihnachtsbaum-Adressen herausgegeben, hier ausnahmsweise verkürzt auf die Anbieter aus Nordrhein-Westfalen

Viele Betriebe stehen übrigens vor der Entscheidung ob sie in Zukunft auf Glyphosat verzichten wollen: Entschieden wird das alles von uns, den Verbrauchern! Der Gesamtumsatz des Weihnachtsgeschäfts im Jahr 2016 wird auf etwa 92 Milliarden Euro geschätzt. Wenn ein paar davon für ein gutes Gewissen und ökologische Produkte angelegt werden, wirds dann eine richtig Frohe Weihnacht!

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Insektensterben: Resolution und Forderungen der NABU-Bundesvertreterversammlung 2017

Die Insektenbestände gehen drastisch zurück. Um endlich gegenzusteuern, fordert der NABU von der Politik Maßnahmen zur Verringerung des Pestizideinsatzes. In Schutzgebieten, in Gärten sowie auf kommunalen Flächen sollen Pestizide ganz verboten werden. Wichtig ist zudem eine intensivere Forschung über Insektenbestände und Rückgangsursachen.

Der seit Jahrzehnten anhaltende Insektenrückgang, von dem bisher in erster Linie seltenere und spezialisierte Arten betroffen waren, wird inzwischen vor allem für allgemein häufige und verbreitete Arten beobachtet.

Zu den bekannten Ursachen wie Stickstoffeintrag, Grünlandumbruch, Wegfall von Brachen, großflächige Mahd, Überweidung, Wegfall der Beweidung oder Lichtverschmutzung tritt der verbreitete Einsatz hochwirksamer beziehungsweise langlebiger Insektizide und Herbizide hinzu, deren Einsatz auch vor Schutzgebieten und deren nächster Umgebung nicht Halt macht. Die intensive Landwirtschaft steht somit im Verdacht, der Hauptverursacher des neuerlichen dramatischen Rückgangs von Insekten zu sein, der zu einer starken Abnahme der Insektenbiomasse und der Insektenvielfalt geführt hat.

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Hirschkäfer-Flugzeit hat begonnen

Die Hirschkäfer-Population in der Region ist saisonbedingt unterwegs, die männlichen Käfer fliegen in den späten Abendstunden an warmen, meist südexponierten Waldrändern und Steilhängen herum. Sie suchen nach den Weibchen, oder nach Baumwunden, wo der schon lecker gärende Saft von Eiche und anderen Baumarten austritt und wo sich die Käfer auch schon mal in größerer Zahl treffen.

Lucanus cervus, Haan, Ittertal, 9. Juni 2017 (Foto: Armin Dahl). Die Haaner Hirschkäfer haben oft nur relativ kleine Zangen (forma capreolus).

Gute Chancen auf eine Hirschkäfer- Beobachtung hat man im Ittertal, in Düsseldorf-Gerresheim oder an den Hängen des Ruhrtals und der Seitentäler, zum Beispiel in Velbert-Langenberg. Aber im Prinzip kommt die bekannteste deutsche Käferart auch in vielen Gärten und kleineren Gehölzen vor, die Käferlarven leben dort häufig an unterirdischen Teilen von Wurzelstöcken, die seit Jahrzehnten im Boden stecken können.

So manch ein Tier verfliegt sich aber in den Siedlungsbereich, endet plattgefahren auf einem Weg, wird bei Gewitterregen in die Regenwassertonne gespült oder landet beim Grillfest im Bowlentopf: Alkohol und Käferfrauen ziehen sie an, so ein Hirschkäferleben ist kurz, und schon Ende Juni sind kaum noch Tiere zu beobachten.

Hirschkäfer-Beobachtungen sollten möglichst dokumentiert werden, ein halbwegs brauchbares Handyfoto reicht dafür. Am einfachsten gibt man seine Beobachtungen in eines der großen Beobachtungsportale wie naturgucker.de oder observation.org ein. Wer das nicht will kann die Funde allerdings auch per Mail schicken, an die Adresse hirschkaefer[ätt]agnu-haan.de.

Die Käfer selbst kann man bedenkenlos tagsüber in einem Karton verwahren, eventuell mit ein wenig Marmelade oder Malzbier (auf ein Pepiertaschentuch) aufpäppeln, und am Abend an einem schönen Waldrand wieder starten lassen.

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Kiebitz Kompakt – von Bienen, Klimawandel, Ökoprofit, und den Sünden der Vergangenheit

Der neue Kiebitz Kompakt ist da, Wildbienen, Öko-Profit, Klimawandel, das Verschwinden der letzten Haaner Kiebitze und ein gescheitertes Schulgarten-Projekt sind die Themen. Vielen Dank an das Redaktionsteam! Hier geht´s zum Download

In den nächsten Wochen soll ein erneuter Anlauf genommen werden, die Erkrather Straße vom Durchgangsverkehr zu befreien. Hintergrund ist dieses Mal die bevorstehende Eröffnung des Baumarkts an der Düsseldorfer Straße, und der zu befürchtende zusätzliche Verkehr von der Autobahn in Richtung Sandberg. Über zehn Jahre alt ist der folgende Text, der aus den Untiefen der Festplatte hervorkam, er erschien vor elf (11) Jahren in gedruckter Form in unserer Vereinszeitung „Kiebitz“. Schon damals wurde das Vorhaben kontrovers diskutiert.
Aus aktuellem Anlass, und damit sich jeder ein Bild davon machen kann, wie seinerzeit die Diskussionen liefen, stellen wir den hier erneut im Internet zur Verfügung: Wir wünschen viel Vergnügen beim Lesen des Kiebitz Kompakt, und starke Nerven bei allen aktuellen und kommenden Umweltproblemen!


Haan ohne Plan
VON ARMIN DAHL (aus dem Kiebitz 1 / 2006)
Das selbstverschuldete Chaos um Erkrather, Hochdahler und Dieker Straße nervt die Anwohner. Ein Ende ist nicht in Sicht.

Wir erinnern uns: Kurz nach der Wahl versprach der Uberraschungssieger Knut vom Bovert den Haanern ein Verkehrskonzept, bei dem der Verkehr sich auf die Hauptachsen konzentrieren sollte, bei gleichzeitiger Beruhigung der Wohn- und Nebenstraßen. Prima Idee!
Nun ist die Erkrather Straße gewiß nie als Hauptachse angedacht worden, hier grenzt das Erholungsgebiet im Stadtwald an, Kinder spielen im Wald, man geht mit dem Hund gassi. Es herrscht Tempo 30, auf die Flurstraße nach links abbiegen ist verboten, weil lebensgefährlich.
Umso lästiger war die ständige Raserei der Ortskundigen, besonders beliebt war die Erkrather Straße bei rücksichtslosen Paketdienstfahrern und eiligen Soldaten, die nach Dienstschluss zur sogenannten „Nato-Ralley“ von der Waldkaserne in Richtung Autobahn blasen Und wer auf seinem Navigationscomputer die Strecke Hochdahl-Hilden eingab, den schickte die Blechstimme am Ortseingang mit einem „nächste Straße rechts abbiegen“ durch das Wohngebiet.
Eher albern wirkten die Versuche der Polizei, mit Laserpistole und Radarfalle das Tempo in der Tempo 30–Zone zu drosseln: Damit konnte man nur Auswärtige fangen, und kurzsichtige Leute, die eine weiße Schirmmütze nicht auf 300 Meter Entfernung erkennen.

Geplantes Chaos

Wendemanöver vor dem Pfosten: Erkrather Straße im April 2006 (Foto: Armin Dahl)

Also kam eine alte Idee wieder auf den Tisch: Ein Pfosten sollte rein am Sandbach, erst mal zwei Monate zur Probe. Gesagt getan, die Bauarbeiter rückten an, und ein paar Tage später war es dann soweit: zwei rotweiße Pfosten verhinderten die Durchfahrt – und das Chaos regierte tagelang. Denn in der Eile der seit Monaten angekündigten Sperrung hatte man vergessen, ein paar ordentliche Hinweisschilder aufzustellen.
Und so amüsierten sich die Anwohner der Erkrather Straße über die Verzweifelten, die da vor dem Pfosten wenden mussten. Und manch einer der ganz Eiligen ließ mit grimmiger Miene und quietschenden Reifen den Pfosten und die Erkrather hinter sich.
Die Beschilderung kam mit Verspätung, der Verkehr auf der Hochdahler Straße nahm nicht spürbar zu, und nach ein paar Tagen hatte auch der letzte begriffen, dass die vermeintliche Abkürzung von Hilden über die Untere Bachstraße länger dauerte als der kleine Umweg über die Rewe-Kreuzung. Auch an anderer Stelle, an der es vorher oft kriminell zuging, tat sich Positives. Am Ginsterweg zum Beispiel: Hier war das Chaos an der Handelshof-Ausfahrt und auch an der Ecke Flurstraße deutlich geringer. Und das links abbiegen von der Erkrather- in die Flurstraße hatte ganz aufgehört.

Avanti Dilletanti
Alles prima? Weit gefehlt, denn wer hätte dem SPD-Mann Dürr, Bewohner des Schlehdornweges und Mit-Initiator des Pfostens, den Erfolg gegönnt? Flugs machten ein paar Anwohner der Unteren Bachstraße den Aufstand, die Lokalpresse bekleckerte sich auch nicht mit Ruhm, und die Feldjäger der Waldkaserne – sonst eher bekannt für einen bedächtigen Arbeitsrhythmus – beschwerten sich, dass sie nicht mehr durch die Erkrather Straße blasen konnten, „wenn´s mal brennt„. Und dann, ja dann, dann war da noch die Sache mit der Hochdahler Straße: Bei deren Ausbau hatte die Baufirma STRABAG dermaßen geschludert, dass die Stadtverwaltung die Abnahme der Baustelle verweigerte: Kanaldeckel standen zu hoch, der Rand war unegal und der Teer bröckelte schon nach wenigen Monaten.
Und so rückten die STRABAG-Bauigel erneut mit ihren Teermaschinen an, die Fahrbahndecke musste erneuert werden. Und dazu musste natürlich der Pfosten in der Erkrather wieder raus. Warum? Weil die Dieker Straße als Umleitung für LKW ausfällt, wegen Brücke kaputt, und das schon seit Jahren.
Und schwupps beendete der Technische Beigeordnete, Stadtratsentscheid und Pfosten-Probezeit hin oder her – den ganzen Spuk. Die Pfosten kamen raus, die leeren Pfostenlöcher wurden gleich feste mit Teer verfüllt. Und jetzt dürfen sie wieder rasen, die Anwohner und Abkürzer, und wir warten wieder auf die freundlichen Helfer mit den weißen Mützchen und den Laserpistolen, und auf die Vorstellung und Umsetzung des überfälligen Verkehrskonzeptes. Und dazu gibt’s von dieser Stelle ein freundliches „Mach hin, Knut!“

Nachtrag:
Der Schreiber dieser Zeilen hat momentan drei Kleinkinder im Kindergarten an der Bachstraße und kommt dort mindestens zweimal am Tag vorbei – in der Regel mit dem Auto. Mich persönlich kostet der Pfosten täglich ein paar hundert Meter Autofahrt, die ich gerne aufbringe für ein verkehrsberuhigtes Unterhaan.

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