Blühstreifen gemulcht – mal wieder!

Die im Gebiet agierenden Produzenten industriellerNahrungsmittel und Energiepflanzen  (früher nannte man die Landwirt) kriegen den Hals nicht voll. Jeder Quadratzentimeter wird bearbeitet, und sei es mit der Planierraupe. Die vorhandenen Biotope sind da generell im Weg, und so werden auch kleine Restflächen und Ersatzbiotope gezielt ruiniert.

Der folgende Text stammt von Sven Kübler

“Die AGNU hat im Rahmen des Neubaus der K20n in Gruiten sehr um einen sinnvollen Ausgleich gekämpft.
Einerseits wurde im Bachgrund eine Wiese angelegt und eingezäunt, andererseits wurde die Versiegelung der alten Kalkstraße zwischen Grube 7 und Grube 10 aufgebrochen. Geplant ist dabei an einen sinnvollen Anschluss zum Waldrand und auf der Westseite eine Abgrenzung zum Feld.

Dieses hat Landwirt Imbusch schon einmal eigenmächtig mit Erdaushub angefüllt und so seinen Acker vergrößert! Auf unseren Protest hin, wurden dann Zaunpfähle gesetzt, so dass der Fahrbahnrandstreifen vom Acker getrennt wurde. Hierauf wurde nun ein Blühstreifen angelegt, der auch prächtig funktioniert hatte.
Letztes Jahr wurde dieser dann irrtümlich im Rahmen von Straßenpflegemaßnahmen von Mitarbeitern der Stadt gemäht.
Nachdem dieses Missverständnis geklärt war, hofften wir nun in diesem Jahr auf eine prächtig blühende Wiese.
Doch hat Landwirt Imbusch erneut zugeschlagen. Nachdem Mitarbeiter der Stadt seiner Aufforderung zum Mähen dieses Streifens nicht nachgekommen sind (aus gutem Grund, siehe oben!), hat er eigenmächtig auf dieser Ausgleichsfläche gemäht!

Wir haben die zuständigen Behörden hiervon in Kenntnis gesetzt und erwarten, dass der Landwirt sich zum letzten Mal an diesem Streifen vergreift!”

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Krick statt Giebels im Landtag

Die Landtagswahl in NRW ist gelaufen, und für Haan ergibt sich überraschendes: Nach sieben Jahren Harald Giebels (CDU)  holt der Mettmanner Manfred Krick (SPD)  das Direktmandat für den Wahlkreis Mettmann II, und zieht damit in den Landtag ein.

Wahlbeteiligung Wahlkreis Mettmann II:  64.1%

SPD
39.5%
CDU
34.1%
Grüne
10.5%
Piraten
7.5%
FDP
6.3%
Linke
2.0%
Symptomatisch: CDU-Wahlwerbung für Flüsterasphalt als Hindernis auf dem Fahrradweg (Flurstraße, 13. Mai 2012)

Symptomatisch: CDU-Wahlwerbung für Flüsterasphalt als Hindernis auf dem Fahrradweg (Flurstraße, 13. Mai 2012)

Daß sich der amtierende Haaner Landtagsabgeorde Harald Giebels jemals so richtig glaubwürdig für eine – im Sinne der Naturschutzverbände – anständige Umweltpolitik eingesetzt hat, daran kann ich mich nicht erinnern. OK, als Rechtspolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion hat man vielleicht andere Schwerpunkte. Gegen die CO-Pipeline, das waren sie alle, was bleibt einem auch übrig wenn die Bevölkerung das Ding partout nicht haben will. Und den Einsatz für den Flüsterasphalt auf der A 46 zwischen Hilden und Haan haben wir unter “Pflichtattacke auf den SPD-Verkehrsminister und seinen grünen Staatssekretär” verbucht. Ansonsten war umweltmäßig nicht viel los, obwohl es sonst keine Woche ohne Pressemitteilung gab, und sei es nur als “Warnung vor den KO-Tropfen im Karneval“.

Was uns unter Manfred Krick erwartet, müssen wir erst mal abwarten. Als stellvertretender Landrat ist er bisher in Haan quasi nicht in Erscheinung getreten, obwohl er doch vom Haaner SPD für die Endphase des Wahlkampfes sogar das feuerrote “Strackemobil” geliehen bekam. Aber immerhin besteht Hoffnung: Krick ist seit 2005 Amtsleiter im Düsseldorfer Garten-, Friedhofs- und Forstamt, darunter fallen auch die Aufgaben als Untere Landschaftsbehörde. Umweltthemen wird man ihm also nicht lange erklären müssen.

Im Wahlprogramm der NRW-SPD findet sich auch nicht allzuviel zum Thema Umwelt, aber neben “Bürgerbeteiligung im Rahmen von Planungsverfahren ausweiten” und “Lärmschutz verbessern” fällt ein bemerkenswerter Punkt auf: “Der Flächenverbrauch soll in einem ersten Schritt auf 5 ha/Tag sinken. Hierzu sollen die Stadtentwicklung, die Verkehrsplanung, das Brachflächenrecycling und auch der Landesentwicklungsplan ihren Beitrag leisten. Es gilt zuerst, alte Industrie- und Bahnflächen wie auch militärische Liegenschaften zu nutzen. “ 

In einem ersten Schritt!! Das danach noch viele weitere kommen, muss dem Landtagsabgeordneten im Kreis Mettmann, wo der Flächenfraß besonders gravierend ist, vielleicht noch das eine oder andere Mal laut und deutlich gesagt werden. Egal ob er rot oder schwarz oder grün oder gelb ist oder gar eine Augenklappe trägt!

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Biotop der Sonderklasse: Grube 10 auf bestem Weg

Notodonta tritophus, Grube 10, 4. Mai 2012 (Foto: Armin Dahl)

Notodonta tritophus, Grube 10, 4. Mai 2012 (Foto: Armin Dahl)

Wer noch Zweifel an der Wirksamkeit der Pflegemaßnahmen in der Grube 10 hat, der kann ab und zu auch mal außerhalb der normalen Tageszeiten dort auf die Pirsch gehen: Hier gibts immer was zu sehen und so wars auch am vergangenen Freitag: Start war um 21.30, die restlichen AGNUrianer waren in Grube 7 mit der Taschenlampe auf Krötenexkursion, und unsereiner nutzte die Wetterlage vor dem nass-kalten Wochenende zu einem kleinen Leuchtabend (da lockt man mit UV-Licht Insekten an) im Wald hinter unseren tollen Halbtrockenrasen.

Das Highlight war einer der größten einheimischen Nacht-Schmetterlinge: Notodonta tritophus – Espen Zahnspinner, der steht im Bergischen Land auf Rote Liste 1. In Grube 10 haben wir seit 2000 über 300! Schmetterlingsarten nachgewiesen, die sich hauptsächlich deshalb dort tummeln, weil die Biotope zwar klein sind, aber gezielt optimiert werden.

Übrigens: Nächster Pflegetermin ist der  1. September 2012 (Samstag), da räumen wir den zuvor gemähten Halbtrockenrasen ab. Im Winter 2012/13 werden wir dann darangehen, den Waldrand an der ehemaligen Kalkstraße so abzustufen, dass er optimale Bedingungen für höchste Artenvielfalt bietet. Helfer sind immer willkommen!

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Neuer “Kiebitz”, neue Termine

Frank Wolfermann hat den neuen “Kiebitz” fertig,

Wer nicht warten will, bis er im Briefkasten ist, kann sich das Heft schon jetzt aus dem Netz holen. Alle abgedruckten Termine findet ihr auch auf der Terminseite

hier das Inhaltsverzeichnis:
2 Unsere Spatzen
4 Mauersegler (Apus apus) in Haan
6 Vogel des Jahres 2012  Die Dohle (Coloeus monedula)
7 Die Heidenelke
10 Nistkastenkontrolle
11 10 Jahre Pflege Kuppe des Sandbergs
12 Wilde Bienen auf dem Sandberg
13 Aktiver Vogelschutz in unserer Kita
15 Ein treuer Begleiter
16 Abenteuer Faltertage 2012: BUND ruft zur großen Falterzählung auf
17 Aus dem Kreis Mettmann
18 Windiges in Theorie und Praxis
23 Von Bananenflanke bis Flettner
24 Plagiat?

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Umweltschutz in Wahlkampfzeiten

Ich möchte Euch auf vier aktuell laufende Diskussionen hinweisen, die den ständig steigenden Druck auf die verbliebenen Restflächen im Umfeld von Haan verdeutlichen.

1: Über das Für und Wider des Reitens in Grube 7 gibt es eine angeregte Diskussion mit etlichen “Alten Bekannten” in der Westdeutschen Zeitung.

2: Die geplante Bebauung der “Neanderhöhe” wird wider Erwarten doch erneut scharf diskutiert, hier erinnert sich der eine oder andere Erkrather Parteiangehörige nicht an sein “Geschwätz von gestern”, die Neanderhöhe nicht weiter zu versiegeln und dem Naturschutz Vorrang zu geben.

3: Die geplante Erweiterung der „Grube Osterholz“ beunruhigt die Anwohner, hier geht das Planfeststellungsverfahren in die entscheidende Phase, und die Einwohner von Schöller auf die Barrikaden.

4: Die Gegner der CO-Pipeline nageln die Politiker fest: Nicht nur CDU, SPD und Grüne, auch die Kandidaten der Linken und der Piraten outen sich klar als Pipeline-Gegner. Mal sehen wie lange das hält.

Zuletzt noch ein Hinweis, wie sich der schleichende Zugriff der Großstadt Düsseldorf im Umland auswirkt: Zuerst plante die Stadt die Verlegung der “Ulmer Höh” (das ist der berüchtigte Düsseldorfer Knast) als Neubau auf Ratinger Gemarkung, kaum ist der Umzug in Gang gekommen wird das ehemalige Gefängnis-Gelände für die Wohnbebauung umgeplant: Hier sollen in den kommenden Jahren 500 Wohnungen entstehen. Der Kreis Mettmann heißt derweil bis zu 855 “Knackis” willkommen, unter denen wohl nicht allzu viele aufrechte Steuerzahler sein dürften. Auch so geht Flächenverbrauch.

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Kandidatencheck für die NRW-Wahl: Die Erststimme

Zwei Kreuze darf jeder bei der Landtagswahl am 13. Mai auf seinem Stimmzettel machen. Mit der Erststimme (auch Wahlkreisstimme) wählt man einen Direktkandidaten in seinem Wahlkreis. Aber wer weiß schon was der “eigene” Abgeordnete zu den wichtigsten Themen denkt?
Zur Wahl stehen übrigens: Ria Angelika Garcia Rodriguez (Piratenpartei), Harald Giebels (CDU), Peter Knitsch (GRÜNE), Rainer Koester (DIE LINKE), Dirk Wedel (FDP) oder Manfred Krick (SPD)
Die Betreiber der Webseite “Abgeordentenwatch.de” haben die Kandidaten im Vorfeld gebeten zu politischen Thesen Position zu beziehen. Die Kandidaten konnten ihre Auswahl auch inhaltlich begründen.

Einfach in das Suchfeld die Postleitzahl eingeben und auf “Kandidaten finden” klicken. In der Auswertung sieht man dann, welcher Volksvertreter am ehesten mit den eigenen Positionen übereinstimmt.

Link: http://kandidatencheck.abgeordnetenwatch.de/landtagswahl_nrw-610-0.html

Übrigens: Man kann auch eigene Fragen stellen und das habe ich gleich mal ausprobiert, mit einer Frage an den Grünen Abgeordneten Peter Knitsch zur Novelle des Landesjagdgesetzes: Da war in letzter Zeit einiges zu lesen über die Kampagne der Gothaer-Versicherung gegen die angeblich geplanten Regelungen.
Die Antwort findet ihr dann ebenfalls hier.

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Zwei Seiten einer Straße: Auenidyll und Energiepflanzenwüste

Das Frühjahr schreitet rasch voran, und bei Fahrten durch den Kreis weiß man momentan nicht so recht ob man lachen oder heulen soll: Einerseits gibt es herrliche Bilder von blühenden Obstwiesen, und das frische Grün von Kopfweiden mit blühendem Wiesenschaumkraut darunter ist immer wunderschön anzusehen.

Frühlings-Auenlandschaft vom Feinsten: Urdenbacher Kämpe, 20.4.2012

Frühlings-Auenlandschaft vom Feinsten: Urdenbacher Kämpe, 20.4.2012


Auf der anderen Seite (…der Straße von Baumberg nach Urdenbach…) sieht das aber leider ganz anders aus: Hier liegt ein strukturfreier Ackerschlag mit knapp 50 Hektar Fläche, also ein halber Quadratkilometer intensivster, lebensfeindlicher Rapswüste, deren Kohl-Gestank bei warmem Wetter ziemlich impertinent ist.
Lebensfeindliche Rapswüste : Urdenbacher Kämpe, 20.4.2012 (Foto: Armin Dahl)

Lebensfeindliche Rapswüste : Urdenbacher Kämpe, 20.4.2012 (Foto: Armin Dahl)

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