Eulenfalter: Nicht immer nur die Vögel füttern!

Das zeitige Frühjahr ist die Zeit der sogenannten „Kätzchen-Eulen“, das sind in unserer Region eine Handvoll Eulenfalter-Arten die sich Vorfrühling leicht in jedem halbwegs anständigen Garten finden lassen. Die Eulenfalter (lat. Noctuiden) gehören zu den Schmetterlingen, und haben mit den verächtlich „Motten“ genannten Kleinschmetterlingen nichts gemeinsam.

Man braucht eigentlich nur eine Taschenlampe, und wenn es an den März-Abenden richtig dunkel draussen ist, kann es schon losgehen. Abgesucht werden die frischen Schnittstellen der Heckensträucher, hier tritt vor dem Laubaustrieb immer ein wenig Pflanzensaft aus, und den lassen sich die Falter schmecken.
Noch einfacher geht es mit einer Köder-Mischung aus billigem Rotwein, Zucker, Apfelmus oder Banane, die man mit ein wenig Soßenbinder zu einer Pampe verrührt und mit dem Pinsel an Zaunpfosten oder Baumstämme streicht.  Zur Not klappt es auch mit einem in Rotwein oder Bier eingeweichten Küchenkrepp, das an einen Baum gepinnt wir. Hauptsache ein wenig Alkohol ist dabei, der trägt die Duftstoffe in die Landschaft und das lockt die Falter an.
An der „Eulenfütterung“ sammeln sich am Abend oft größere Menge an Faltern, und die Pampe wirkt wochenlang, wenn  sie nicht gerade vom Regen abgewaschen wurde.  Á propos Regen: Leichter Regen macht den Kätzcheneulen rein garnichts aus, im Gegenteil fliegen sie besonders gerne an milden Abenden mit Nieselregen, und lassen sich auch durch Wind nicht abhalten.

Da jetzt die Flugzzeit beginnt, hier mal eine kleine Auswahl der leichter erkennbaren Arten.

Übrigens: wer einmal mit der Taschenlampe blühende Obstbäume abgesucht hat, der weiß: Nachts wimmelt es an manchen Tagen dort geradezu von Eulenfaltern, die ebenso wie Bienen dort nach Nektar suchen. Da sowieso nur jede 50. Apfel- oder Kirschblüte einen Apfel ergeben kann (sonst würde der Baum zusammenbrechen), reicht die Bestäubung durch die Nachtfalter auch in von Honigbienen freien Zonen aus, um eine ordentliche Obsternte zu erreichen.
Nur das Umfeld sollte habwegs stimmen, die Raupen der Kätzcheneulen fressen an Gehölzen wie Weiden, Pappel, Eiche und Schlehe. Und wen das stört der denke mal an die Meisen und andere Gartenvögel, die ihre Brut mit Raupen versorgen müssen. Die Mär von der hohen Bedeutung der Honigbienen als Bestäuber ist wie so vieles in der Nutztier-Landwirtschaft – eben ein Marketing-Märchen.
Bestimmungshilfe für einheimische Nachtfalter gibt es im Internet unter www.lepiforum.de, und auch unter www.naturgucker.de werden Sie geholfen. Vorassetzung ist immer ein halbwegs ordentliches Digitalbild, aber das liefert heutzutage ja jedes Smartphone.

Viel Spaß beim Euenfüttern im Frühling!l

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Zaunbau vor der großen Krötenwanderung – Helfer gesucht!

Auch wenn es derzeit noch nicht so aussieht, aber der nächste Frühling kommt bestimmt und damit auch die Zeit, in der die Kröten wandern. Sie versuchen „ihren“ Teich (in dem sie zur Welt kamen) zu erreichen, um dort abzulaichen. Dazu müssen sie oftmals Straßen überqueren, die ihren Lebensraum durchschneiden. In Haan ist dies insbesondere die Straße „Hahnenfurther Weg“ (K17) am Osterholz und die von den Reitern und Anliegern benutzte Straße zum Reiterhof Hermgesberg.

Dort kommen die Kröten ohne unsere Hilfe nicht aus. Deshalb wird die Wanderung durch einen Krötenschutzzaun abgesichert. Zur täglichen Überwachung dieser Zäune werden Helfer benötigt und gesucht. Falls Sie Interesse daran haben, melden Sie sich bitte bei untenstehender Adresse. Bitte leeren Sie auf keinen Fall selbstständig die Fangeimer ohne Begleitung der AGNU!

Für abendliche Gänge müssen unbedingt pro Person gute länger leuchtende Taschenlampen mitgebracht werden!

Auch für den Aufbau des Krötenzaun brauchen wir Helfer. Wir werden ihn am Sonnabend, dem 4. März 2017 um 14 Uhr am Reiterhof Hermgesberg errichten
(Parken auf dem Wanderparkplatz Osterholz am Hahnenfurther Weg; bitte nicht direkt am Reiterhof!).

Werkzeug, wie Spaten, Gartenschippchen, eventuell Hacken und Arbeitshandschuhe können gerne mitgebracht werden. Sie sollten mit Namen gekennzeichnet werden.
Nach getaner Arbeit gibt es Kuchen und Getränke. Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an: Beate Wolfermann, Telefon (0 21 29) 29 81.

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Leere am Futterhäuschen? Wintervögel zählen!

Aktuell melden Vogelbeobachter im ganzen Land, dass in den Gärten auffallend wenige Vögel zu sehen sind.
Auch innerhalb der AGNU wurde vom Ausbleiben häufiger Arten berichtet wie Blaumeise, Kohlmeise und Buchfink, die sich üblicherweise zu dieser Jahreszeit am Futterhäuschen einstellen würden. Eine erste Auswertung von Daten des Beobachtungsportals Naturgucker.de bestätigt, dass bei einigen Vogelarten, die im November aus Gärten gemeldeten Zahlen deutlich unter den November-Zahlen der Vorjahre liegen.
Wir haben bei kompetenten Stellen des NABU und der Vogelschutzwarte in NRW nachgefragt und es gibt verschiedene Vermutungen.
– Die Waldbäume haben in diesem Jahr reichlich Samen entwickelt – eine Snackbar für Eichhörnchen und Vögel, die davon lange knuspern können. In solch einem Mastjahr finden Meisen und Finken viel Futter in den Wäldern und halten sich weniger in Gärten zur Nahrungssuche auf.
– Andererseits könnte ein geringerer Bruterfolg in diesem Jahr bei uns und in den nördlich und östlich gelegenen Herkunftsgebieten unserer Wintergäste zu einer tatsächlich geringeren Zahl von Vögeln in diesem Winter geführt haben.
– Bruterfolge in diesem Frühjahr waren aufgrund nasser und kalter Witterung schlecht. In der Folge ist der Bestand diesjähriger Jungvögel in Herbst und Winter deutlich geringer als sonst.
– Schließlich ist der Zuzug aus Skandinavien und Sibirien möglicherweise auch durch schlechte Wetterbedingungen geringer als sonst.
– Einige Vogelarten wurden durch Seuchen geschwächt. Dennoch – der Amselbestand scheint stabil zu sein.
Den eigenen Garten attraktiv für Vögel zu machen ist zudem nicht schwer: Überlassen Sie „wilde Ecken“ sich selbst, pflanzen Sie einheimische Sträucher und vermeiden Sie – aber wem sagen wir das – „Insektenvertilger“!

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Birkenzeisig, Acanthis flammea. Quelle/Foto: GDFL-Lizenz: Cephas

Übrigens: man kann bei genauem Hinschauen auch in Haan Glück haben: vor einigen Jahren haben wir an einer Futterstelle auf dem katholischen Friedhof einen Trupp Birkenzeisige beobachtet, der gar nicht scheu war. Die Birkenzeisige haben ähnlich wie Bluthänflinge einen gegabelten Schwanz, sind aber an einer dunklen Streifung und einem kürzeren Schwanz zu unterscheiden. Die Weibchen haben bei beiden Arten keine rote Brustfärbung, wie auf dem Foto.

Bundesweite Zählaktion vom 6. bis 8. Januar 2017

Zum siebten Mal rufen NABU und LBV zur bundesweiten „Stunde der Wintervögel“ auf. Neben den „Standvögeln“, die das ganze Jahr über bei uns bleiben, lassen sich zusätzliche Wintergäste beobachten, die aus dem noch kälteren Norden und Osten nach Mitteleuropa ziehen. Nehmen auch Sie sich eine Stunde Zeit und beobachten die Vögel in Garten oder Park. (Genaueres unter: https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/stunde-der-wintervoegel/index.html)

Bei der Aktion 2017 gibt es übrigens folgendes zu gewinnen: Ein hochwertiges Zeiss-Fernglas sowie Ikea-Gutscheine, Bücher, Igelhäuser und Vogelnistkästen, Kosmos-Experimentierkästen, Vogelbücher und Naturstimmen-CDs.

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Erfassung der Großpilzarten der Grube 7

von Karl-Heinz Schmitz

Die Grube 7 ist ein ehemaliger Kalksteinbruch im Haaner Ortsteil Gruiten und seit 1997 als Naturschutzgebiet ausgewiesen. In der Grube 7 wurden beispielsweise schon die Bestände von Pflanzen, Flechten und Moosen erfasst. Die Bestandsaufnahme der vorkommenden Organismen wurde ab Oktober 2014 auf die Großpilze ausgeweitet, seither wurden zu diesem Thema fünf Exkursionen, durchgeführt, vier davon im Herbst/Spätherbst, eine im Frühjahr. Dabei wurden bisher 64 Großpilz-Arten nachgewiesen.

Vorgehensweise

Die meisten Großpilze bilden vergängliche Fruchtkörper, die sich schon nach wenigen Stunden oder Tagen einer Beobachtung entziehen.
Um möglichst das gesamte Artenspektrum zu erfassen, sollten Exkursionen zu jeder Jahreszeit durchgeführt werden. Lediglich niederschlagsarme Zeiträume und Frostperioden brauchen nicht berücksichtigt zu werden. Der Schwerpunkt der Begehungen sollte im Spätsommer bis Spätherbst stattfinden, da durch abnehmende Verdunstungsraten selbst bei geringen Niederschlagsmengen die meisten frischen Fruchtkörper aufzufinden sind.
Die Bestimmung der Fruchtkörper erfolgte, wenn möglich, durch Ansprechen der makroskopischen Merkmale am Fundort. In Zweifelsfällen erfolgte eine anschließende Absicherung mittels gängiger Bestimmungsliteratur. Einige Funde erforderten weitergehende mikroskopische Untersuchungen wie z. B. Sporenabwurfpräparate und Sporenvermessungen.

 Einteilung der Pilze
Stellt man die Frage, was überhaupt ein Pilz ist, so wird die Antwort einige Naturfreunde überraschen. Nicht bei dem was wir sehen handelt es sich um den Pilz, sondern bei dem was im Boden, in Laub- und Nadelstreu, hinter Baumrinde oder im Holz und sonstigen Substraten sitzt; eine Vielzahl dünner, meist weißer Fäden, die man Myzel nennt. Was man oberirdisch sieht, sind lediglich die Fruchtkörper. Pilze besitzen kein Blattgrün (Chlorophyll), mit dem sie Sonnenenergie zur Photosynthese nutzen können, sondern sie verwerten fremde, organische Substanzen.
Nach ihrer Ernährungsweise kann man die Großpilze in drei Gruppen einteilen. Die wohl umfangreichste hierunter bilden die
Zersetzer (Saprophyten). Sie ernähren sich überwiegend von pflanzlichen Substanzen wie Humus, Laub, Totholz, Dung oder sogar Holzkohle.
Mykorrhizapilze (Symbionten) hingegen bilden eine Lebensgemeinschaft mit grünen Pflanzen, meist Bäumen, wobei das Myzel eine Verbindung mit dem Wurzelwerk der ausgewählten Pflanze eingeht und wie ein vergrößertes Wurzelwerk die Nahrungsaufnahme dieser verbessert. Die Pflanze ihrerseits beliefert den Pilz mit den für ihn notwendigen Stoffen.
Schmarotzer (Parasiten) ernähren sich meist von lebenden Pflanzen und machen unter den Großpilzen nur einen kleinen Teil aus. Einige Arten, wie der bekannte Echte Zunderschwamm, wachsen zunächst parasitisch und leben nach dem Absterben des Wirtsbaumes oft noch jahrelang als Saprophyten, bis das Holz vollständig zersetzt ist.

Es folgt eine kleine Auswahl von Pilzen die bisher in der Grube 7 gefunden wurden:

Eine weitere Klassifizierung wird nach folgenden Gruppen vorgenommen:
Schlauchpilze – Ascomycetes
Nichtblätterpilze – Aphyllophorales
Bauchpilze – Gasteromycetes
Sprödblättler – Russulales
Röhrenpilze – Boletales
Blätterpilze – Agaricales
Schleimpilze – Myxomycetes

Fundliste
Es konnten in sämtlichen, vorher aufgezählten Gruppen, Funde verzeichnet werden. Angesichts der anhaltenden Trockenperiode in 2016 konnte die Herbstexkursion erst am 30. Oktober durchgeführt werden. Hierbei konnten dann erneut eine große Anzahl von Pilzen vorgefunden werden, darunter auch wieder einige Neufunde.

Gesamtfundliste 2014-2016
Gattung / Art Deutscher Name
Bovista pusilla Zwergbovist
Clitocybe dealbata Feldtrichterling
Clitocybe fragrans Langstieliger Dufttrichterling
Clitocybe inornata Grauweißer Trichterling
Coprinopsis atramentarius Faltentintling
Coprinopsis spec. Tintling
Coprinus comatus Schopftintling
Cortinarius alboviolaceus Weißvioletter Dickfuß
Cortinarius caninus Rostbrauner Dickfuß
Cortinarius flexipes Geranien-Gürtelfuß
Cortinarius spec. Gürtelfuß
Cortinarius spec. Schleierling
Cortinarius subbalaustinus Zimtblättriger Birkenwasserkopf
Cuphophyllus virgineus Schneeweißer Ellerling
Galerina marginata Gifthäubling
Galerina vittiformis Viersporiger Mooshäubling
Ganoderma applanatum Flacher Lackporling
Gymnopus peronatus Brennender Rübling
Hebeloma crustiliniforme Tongrauer Fälbling
Hebeloma mesophaeum Dunkelscheibiger Fälbling
Hebeloma sinapizans Rettichfälbling
Helvella acetabulum Hochgerippte Becherlorchel
Hygrocybe calciphila Kalkholder Saftling
Hygrocybe conica Schwärzender Saftling
Hygrocybe insipida Gelbrandiger Saftling
Hymenoscyphus spec. Stängelbecherling
Hypholoma fasciculare Grünblättriger Schwefelkopf
Inocybe spec. Risspilz
Kuehneromyces mutabilis Stockschwämmchen
Laccaria tortilis Verbogener Lacktrichterling
Lactarius pubescens Flaumiger Birkenmilchling
Leccinum scabrum Birkenpilz
Lepista nuda Violetter Rötelritterling
Lycogala epidendrum Blutmilchpilz
Lyophyllum decastes Brauner Büschelrasling
Mycena acicula Orangeroter Helmling
Mycena cinerella Aschgrauer Helmling
Mycena diosma Duftender Rettichhelmling
Mycena haematopus Großer Bluthelmling
Myxomycet spec. Schleimpilz
Oudemansiella mucida Beringter Schleimrübling
Oudemansiella radicata var.marginata Braunschneidiger-Wurzelschleimrübling
Panellus stipticus Herber Zwergknäueling
Paxillus involutus Kahler Krempling
Piptoporus betulinus Birkenporling
Plicaturopsis crispa Krauser Adernzähling
Polyporus brumalis Winterporling
Polyporus ciliatus Maiporling
Polyporus melanopus Schwarzfußporling
Polyporus varius Löwengelber Stielporling
Pycnoporus cinnabarinus Zinnoberrote Tramete
Russula parazurea Blaugrüner Reiftäubling
Russula spec. Täubling
Russula vesca Speisetäubling
Stereum subtomentosum Samtiger Schichtpilz
Stropharia aurantiaca Orangeroter Träuschling
Stropharia caerulea Blauer Träuschling
Suillus luteus Butterpilz
Trametes ochracea Zonentramete
Trametes hirsuta Striegelige Tramete
Trametes versicolor Schmetterlingstramete
Tricholoma myomyces Mausgrauer Erdritterling
Typhula filiformis Binsenkeule
Xylaria hypoxilon Geweihförmige Holzkeule
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Vorsicht ist die Mutter der Lachshäppchens

Rechtzeitig vor Weihnachten noch ein kleiner appetitanregender Beitrag aus der Verbraucherschutzecke:  Greenpeace hat Ende November/Anfang Dezember 2016 insgesamt 54 Fischprodukte im  Labor auf Ethoxyquin untersuchen lassen.

Das Resultat: In allen 38 Speisefischen, die aus konventioneller Aquakultur stammen, wurde Ethoxyquin nachgewiesen. Die Fischproben stammen aus deutschen Supermärkten und Biomärkten. Untersucht wurde Tiefkühlfisch sowie geräucherter und frischer Fisch aus Aquakultur, Bio-Aquakultur und Wildfänge.
Bei 32 Proben der Zuchtfische lag die Ethoxyquin-Belastung über dem gesetzlichen Grenzwert für Fleisch, d.h. es wurde Ethoxyquin von über 50 Mikrogramm pro Kilogramm (50 μg/kg) gefunden. Für Fisch gibt es bisher keinen Grenzwert.

Ethoxyquin ist eine Chemikalie, die früher als  Pflanzenschutzmittel verwendet wurde, aber für diesen Zweck EU-weit seit 2011 verboten ist. Ethoxyquin wird jedoch nach wie vor in großen Mengen konventionellem Tierfutter beigemengt, um dieses für den Transport haltbar zu machen. Wer sich über die Chemie des Ethoxyquins informieren will findet hier ein paar basale Informationen.

Die ganze Geschichte ist übrigens nicht neu, die Ethoxyquin-Diskussion gibt es schon lange, der europäische Lebensmittelbehörde EFSA Studien fehlen angeblich Studien zu Langzeitauswirkungen. Da kann man aus Verbraucherschutz-Sicht nur sagen: Vorsicht ist die Mutter der Lachshäppchen, wer die Wahl hat sollte lieber einen Bogen um cyclische Kohlenwasserstoffe machen, auch wenn sie „nur“ zur Konservierung eingesetzt werde. Verbotene Pflanzenschutzmittel haben in Fisch nichts zu suchen, Fische aus konventioneller (auch zertifizierter!) Aquakultur sollte man besser im Regal liegen lassen und Wildfische wählen.

Die komplette Greenpeace-Tabelle zum Anschauen und Ausdrucken vor dem Einkauf des Weihnachtsessens findet sich hier zum Download. Darin finden sich übrigens auch eine ganze Reihe unbelasteter Produkte, auch aus der Rubrik „Gut und günstig“.

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Artenschutz durch Habitatmanagement – Der Mythos von der unberührten Natur.

cover_kunz_artenschutzLandauf und landab machen alle aktiven Naturschutzgruppen im Winterhalbjahr das Gleiche: Sie verhindern, daß der Wald weiter vordringt, sie sägen, mähen Magerrasen und verbuschte Hänge, räumen ab und stellen Fels- und Lösswände frei. Weil sie den Wert der Offenland-Flächen für den Artenschutz kennen!
Dabei gibt es immer mal Widerstand aus der Bevölkerung, die Maßnahmen werden als Naturzerstörung wahrgenommen (was sie ja auch sind) und erregen Unverständnis und Empörung. Man erinnere sich nur an die elende Diskussion um die Pflege- und Verkehrsssicherungsmaßnahmen im Neandertal vor ein paar Jahren.
Großflächiges technisches Biotop-Management ist gegenwärtig politisch kaum durchsetzbar, und wo es stattfindet gibt es Proteststürme der (zunehmend ahnungslosen) Bevölkerung.

Dabei ist der Fachwelt seit langem klar: […] Das Problem des gegenwärtigen Artenschwundes in Mitteleuropa kann nur unzureichend dadurch gelöst werden, dass bestimmte Habitate, in denen seltene Arten noch vorkommen, der Bewirtschaftung entzogen werden, zu Naturschutzgebieten erklärt werden und im Wesentlichen sich selber überlassen werden. Stattdessen müssen die unter Schutz gestellten Gebiete vor der Natur geschützt werden. […]
Wer das sagt? Der Autor Werner Kunz ist emeritierter Professor am Institut für Genetik der Uni Düsseldorf, und vielen durch engagierte Vorträge zu Naturschutzthemen bekannt. Zum Thema Artenschutz hat er jetzt ein neues Buch vorgelegt, das hier als Lesetipp für Weihnachten oder die restlichen „langen Winterabende“ vorgestellt wird.
Werner Kunz – Artenschutz durch Habitatmanagement: Der Mythos von der unberührten Natur

Lange als unumstößlich geglaubte Thesen gegebenenfalls neu überdenken: Das ist das Motto von Josef Reichholf, der im Vorwort zum Buch geschrieben hat: „Die Beispiele, die Werner Kunz aus seiner langen Praxis in der Artenschutzforschung in diesem Buch zusammengestellt hat, eröffnen eine neue Sicht und zukunftsträchtige Ansätze. Vorurteilsfrei und sorgfältig studiert, kann sein Buch ein ähnlicher Meilenstein und Wendepunkt für den Naturschutz werden, wie Rachel Carsons Stummer Frühling
Vielleicht hat der eine oder andere noch Zeit und Interesse sich das Werk unter den Weihnachtsbaum zu legen, als wichtigen Beitrag zur Debatte über die Zukunft des Natur- und Artenschutzes:

Werner Kunz – Artenschutz durch Habitatmanagement: Der Mythos von der unberührten Natur – Mit einem Vorwort von Josef H. Reichholf. 314 Seiten,

Wiley-VCH-Verlag, November 2016
ISBN: 9783527342402, Preis 59,90 €
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Exkursion zu den Orchideen der Eifel

Am 17. Mai 2016 unternahm die Naturfoto AG der AGNU Haan eine Exkursion in die Naturschutzgebiete bei Bad Münstereifel, um Orchideen zu fotografieren. Die Fotografen fanden elf sehr unterschiedliche Orchideen-Arten.

Kuttenberg

Orchideenreicher Magerrasen am Kuttenberg bei Eschweiler (Foto: Dick Schakel)

Frühling ist Orchideenzeit. Nicht für die gezüchteten, die wir im Baumarkt kaufen können, die eigentlich im tropischen Regenwald zu Hause sind, sondern für unsere heimischen, hier wild wachsenden Orchideen. 41 Arten dieser Orchideen gibt es in Nordrhein-Westfalen, sie sind selten und alle geschützt. Sie stehen auf der Roten Liste der in NRW gefährdeten Farn- und Blütenpflanzen (Fassung 1999).
Gleich zu Beginn der Wanderung war die Begeisterung perfekt, als sich der Blick auf die Orchideen-Wiese am Kuttenberg auftat. Herrliches Purpur-Knabenkraut stand dutzendweise in voller Blüte da. Der Grasbewuchs dieser Wiese ist im Mai noch kurz, so dass diese Orchideen wie purpurfarbene Kerzen dort standen – 50 bis 60 cm hohe Pflanzen über die ganze Wiese verteilt.
Eine Orchideenblüte besteht aus fünf Blütenblättern und einer Lippe. Die Blütenblätter beim Purpur-Knabenkraut sind außen dunkel purpur bis rotbraun und innen rötlich. Sie bilden zusammen über der Lippe einen Helm. Die größere dreigeteilte Lippe ist weißlich-rosa mit vielen kleinen braunroten Papillenbüschen. Das Purpur-Knabenkraut wird von Insekten bestäubt. Es ist aber eine Nektartäuschblume, die die Insekten mit Farbe und Duft lockt, sie aber täuscht, denn Nektar hat sie keinen zu bieten.
c-Expedition-Eiffel-100_01c-Expedition-Eiffel-101_01Am Boden hat diese Orchidee einige grüne Blätter, aus denen heraus wächst der prächtige Blütenstand mit den vielen Einzelblüten.


Eine ganz andere Orchidee ist die Fliegen-Ragwurz, eine zierlich-schlanke Pflanze, die 20 cm hoch wird. Sie hat am Grund einige grüne Laubblätter, aus denen der Stängel mit nur wenigen Blüten herauswächst.
Die Lippe ist braun mit einem hellen Mal in der Mitte. Selten gibt es von dieser Orchideenart eine Pflanze, die gelbe Blüten ausbildet. Wir hatten auf unserer Exkursion das Glück, eine solche zu finden.
Hunderte von Exemplaren wuchsen verstreut auf dieser Wiese. Aber sie fallen nicht ins Auge. Eigentlich sind bei ihr 3 Blütenblätter grün und 2 braun und schmal.
Die Fliegen-Ragwurz ist eine Sexualtäuschblume. Sie täuscht Männchen einer Grabwespenart mit Duft und Behaarung ein Weibchen vor. Bei dem vermeintlichen Versuch, sich mit einer artgleichen Partnerin zu paaren, bestäubt das Wespenmännchen die Orchideenblüte.
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Das Männliche Knabenkraut fanden wir am hinteren Teil der Wiese. Dort wuchsen etwa 50 kräftige und robuste, ca. 20 cm hohe Exemplare. Diese Orchidee hat auch am Grund einige Laubblätter, die grün oder braun gefleckt sein können. Der Blütenstand mit vielen Blüten erhebt sich in einer Ähre über die Blätter.
Die Farbe der Blüten des Männlichen Knabenkrautes kann stark variieren. Kräftig purpurfarbene Blüten, aber auch sehr viel hellere kommen vor. Wir hatten das Glück, eine albiflora – eine weiß blühende Pflanze – zu finden. Sie sind selten.
Auch sie ist eine Nektartäuschblume, die Hummeln und Bienen durch Duft und Farbe anlockt aber keinen Honig bietet.
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In einer Hecke, die an die Wiese grenzt, fanden wir eine ganz andere Orchidee: die Vogel-Nestwurz. Das ist ein Parasit, eine Pflanze, die sich nicht selbst ernährt, denn sie hat kein Blattgrün, kann folglich nicht assimilieren, um sich selbst zu ernähren. Das ist der einzige Parasit unter unseren heimischen Orchideen. Die Pflanze wird bis zu 35 cm hoch, hier aber waren es nur 15 cm. Die ganze Pflanze ist gelblich-braun, sie hat keine Blätter aber einen reichblütigen Stängel.
Schön ist weder die ganze Pflanze noch die Blüte, aber sie bietet ihren Bestäubern tatsächlich Nektar an den Blüten. Bestäuber sind Ameisen.


Sieben weitere Orchideen-Arten haben wir auf dieser Exkursion fotografieren können: An einem Tag eine solche Menge an heimischen Orchideen in der freien Natur zu finden, ist schon außergewöhnlich. Die Exkursion war halt zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort.

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Fotos und Text: Dr. Hans Maier-Bode, Mitglied der Naturfoto AG der AGNU Haan


Link: Kuttenberg im WEB

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